Die rote Minimalistin

May 7, 2020 by hotminnie

Die Vorsitzende der österreichischen Sozialisten hatte in ihrer Partei (SPÖ) die Vertrauensfrage gestellt. Zu eifrig war sie davor über ihre politische Unerfahrenheit gestolpert, zu stark kritisiert worden. Das Abstimmungsvotum wurde erst nach zwei Monaten veröffentlicht. So lange brauchte die Partei, um ein positives Ergebnis herauszurechnen.
Pamela Rendi-Wagner jubelt über eine Zustimmung von über 71 Prozent. Umgelegt auf nüchterne Zahlen bedeutet das:
Längst vergessen sind die Zeiten, als die SPÖ Ungarn verhöhnte, weil deren Staatschef bei einer Abstimmung keine 50 Prozent Beteiligung erreichen konnte.
Rund 160.000 Parteimitglieder waren befragt worden. Davon hatten angeblich rund 41 Prozent geantwortet – was von Kritikern sehr stark angezweifelt wird – trotzdem weit unter der Hälfte. Das sind 29 Prozent der Parteimitglieder, nicht einmal ein Drittel, die für die Frau mit dem politisch korrekten Doppelnamen gestimmt hatten.
Bei Nachprüfungen stellten sich grobe Unregelmäßigkeiten in der Auszählung heraus, die von parteinahen Firmen und teilweiser Doppelzählung vorgenommen worden war. Das Abstimmungsergebnis wurde nach heftiger Diskussion zwar, mit 7 zu 5 Stimmen, einstimmig angenommen, das Bild war dennoch verheerend.
Auf Österreich bezogen sieht das Ergebnis noch sehr viel nüchterner aus: Rund 15 Promille der Einwohner hatten also für die „rote Pam“ als Vorsitzende gestimmt. Immerhin sind 15 Promille zehn Mal mehr, als es die Infizierten mit dem chinesischen Virus sind.
Die Frage, wie viel mehr man sich blamieren kann, darf man im Sozialismus nicht stellen. Majestätsbeleidigung ist im Marxismus streng verpönt. Mit 15 Promille der Bevölkerung gestärkt, schreitet die – nach wie vor politisch unerfahrene – Sozialistenführerin nun in die kommenden Wahlen.
Man möchte sie fast bedauern. Wäre da nicht – Pams letztes Wort: Sie würde alle Kritiker aus der Partei ausschließen. Ob dann noch viele übrig bleiben?

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