Die Büchervernichtung

January 29, 2020 by hotminnie

Jedes totalitäre Regime, das sich durchsetzen will, versucht als erstes, seinem Volk Informationsquellen und Traditionen zu nehmen. In geleerte Köpfe kann man dann einfüllen, was das Regime wünscht. Besonderes Ziel sind Kinder, denen man weniger nehmen muss, die man leichter formen kann.
Der österreichische Rechnungshof darf vieles nicht kontrollieren, am aller- wenigsten sich selbst. Deshalb wird in das weite Feld der politischen Korrektheit ausgewichen, weil ja doch noch lange nicht alles der Einheitsmeinung gebeugt wurde.
Bibliotheken österreichischer Schulen hätten viele veraltete Werke, beanstandete der Rechnungshof jüngst. Und geiferte über das allerschlimmste dieser unerwünschten Speicher: Nämlich seien viele dieser Bücher noch in der „alten“ Rechtschreibung abgefasst.
Alt? Nun, immerhin handelt es sich dabei um die sehr lange in Österreich geltende Rechtschreibung, nach der in Österreich geltenden Amtssprache. Diese wurde erst gekippt, als sich Österreich dem deutschen Diktat unterwarf, und eine „neudeutsche“ Rechtschreibung aufgezwungen erhielt. Eine Rechtschreibung, mit der die Deutschen selbst am wenigsten klarkommen.
Was ist schlimm daran, wenn Schüler etwas in noch verständlicher Recht- schreibung lesen? Schlimm ist jedenfalls, so sieht es der Rechnungshof, wenn nicht alles dem preussischen Diktat angepasst wird.
Wenn (National- und sonstige) Sozialisten schon mit dem politischen Anschluss gescheitert waren, dann müsse man doch die Jugend auf reichsdeutsch hintrimmen.
Der Großteil der Länder dieser Erde genießt eine eigene Sprache. Nur Österreich scheint das nicht zu dürfen.
Es beginnt mit der Büchervernichtung, und endet mit der Identitätsvernichtung. Stramm auf Linie der Europäischen Union.

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