Vergitterte Zukunft

January 3, 2020 by hotminnie

Der bekannteste, nicht zugelassene Rechtsanwalt Oberösterreichs hatte sich viele Jahre lang bemüht – und es schließlich zu weit getrieben. Damals, am 10. Mai 2019, war eine Verhandlung am kleinen Bezirksgericht in Perg abgesagt worden (wir berichteten). Nichts war es mit einem neuen, schmetternden Auftritt des renommierten Rechtsverdrehers.
Was damals, auf „Befehl von oben“, nur hinter vorgehaltener Hand geflüstert werden durfte, knallte jetzt trocken auf den Tisch: Nicht-ganz-Doktor Martin Forcher, oder richtiger Martin Bugelmüller, saß seit April in der Justizanstalt Garsten, wurde später im Dezember in die Linzer Justizanstalt verlegt. In Untersuchungshaft, bestätigte die Linzer Staatsanwaltschaft.
Wie es so weit kommen konnte, ist nicht schwer zu erraten. Warum es nicht schon früher kam, wäre die bessere Frage.
Über 20 Jahre ein Betrug nach dem anderen, dazu noch etliches mehr. Rechtzeitig vor seinen letzten Konkursen hatte der Berufstäter eine Firma in Kroatien angemeldet, dorthin einiges vom nicht legal angehäuften Geld transferiert. Das reichte, es kam also noch Fluchtgefahr dazu.
Bugelmüller hatte sich sehr lange darauf verlassen können, von der Partei gestützt zu werden. Ein Verfahren nach dem anderen brach zusammen, Genossen lassen einen der ihren nicht hängen. Doch der unbelehrbare Gewohnheits- verbrecher verscherzte sich diesen Weg. Er legte sich mit lokalen „Sozi“-Bonzen an, stieg bei den Grünen ein, und wechselte dann sogar zu den Revolutionären Marxisten des Alt-Revoluzzers Peter Pilz.
Das nahm ihm die Partei übel, folglich auch die von der Partei kontrollierte Justiz. Zu acht Monaten Untersuchungshaft (oder mehr) kommt man nicht wegen eines kleinen Diebstahls, Schulden im siebenstelligen Bereich laufen noch nebenher mit.
Wieder wird fest gemauert, mit einem Verhandlungstermin will niemand heraus- rücken. Wichtiger als ein Verhandlungstermin wäre allerdings ein Gutachten. Denn dass Bugelmüller bzw. Forcher hochgradig psychisch krank ist, kann keiner bestreiten. Nicht nach über 20 Jahren ausschließlich krimineller Tätigkeiten.
Wird die Justiz jetzt wiederum (Partei-) Farbe vor Recht ergehen lassen? Oder wird sie den betrügerischen Möchtegern-Anwalt endlich langfristig aus dem Verkehr ziehen?

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