Medien für Analphabeten

December 28, 2019 by hotminnie

Immer mehr Menschen, vor allem junge Menschen, können nicht mehr richtig lesen und schreiben, oft auch Gelesenes nicht mehr sinnhaft erfassen. Viele sind gewohnt, irgendwie auf ihren Schnatterphonen herumzuhacken, meist mit Smileys und sinnfremden Abkürzungen statt Text.
Kinder auf die Straße zu schicken, um blöde Parolen zu grölen, spielt den politischen „Influenzern“ in die Hände. Ein Kind, das nicht lernt, sondern zum Demonstrieren missbraucht wird, ist später noch leichter manipulierbar und als meinungsloses Stimmvieh heranziehbar.
Medien tragen dem Rechnung – indem sie den Analphabetismus noch fördern. Ob das ein brauchbarer Weg ist?
Statt geschriebene Texte zu verwenden – die man lesen und das Gelesene halbwegs verstehen müsste – werden sogenannte Podcasts angeboten. Üblicherweise ein sinnloses Gestammel von Sprechern, die der Schriftsprache selbst nicht ganz mächtig sind.
Weil man Gehörtes noch weniger behält, als Geschriebenes, kommen dann auch noch Aufforderungen wie:
Sie können den Podcast aber auch auf Ihr Smartphone, Tablet oder Ihren Computer herunterladen. So können Sie ihn jederzeit abspielen – auch wenn Sie offline sind.“
Für jene Konsumenten, die dann noch immer nicht begriffen haben, dass es dabei um bloße Werbung geht, werden manche Medien noch deutlicher (falls die Empfänger es noch lesen können):
Falls Sie diesen Text auf einem iPhone oder iPad lesen, klicken Sie hier, um direkt in Apples Podcast-App zu gelangen. Klicken Sie auf den Abonnieren-Button, um gratis jede Woche eine neue Folge direkt auf Ihr Gerät zu bekommen.“
Deutlicher geht es wirklich nicht mehr: Wir wollen deine Daten haben, um die vermarkten zu können. Ob und was du hörst, ist uns schnurzpiepegal.
Die junge Generation steht in den Startlöchern, um in ein bildungsfreies Berufsleben zu starten. Da muttu hindrücken, dann dort, dann auf den Knopf daneben… so würde das Berufsleben von Podcast-Konsumenten aussehen.

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