Die einäugige Todesstrafe

December 22, 2019 by hotminnie

In Belarus, der letzten direkten Diktatur in Europa, gibt es noch die Todesstrafe. Diese wird durch Erschießen vollstreckt. Nach verschiedenen inoffiziellen Quellen gab es seit dem Zerfall der Sowjetunion etwa 400 – 600 Hinrichtungen, was so gut wie gänzlich an der europäischen Bevölkerung vorübergeht. Über diese Hinrichtungen wird schlicht und einfach nicht berichtet.

asipovich

Alyaksandr Asipovich war wegen Mordes zum Tode verurteilt worden. Er hatte zwei Frauen mit einem Hammer und einem Messer umgebracht. Seine Berufung war im Mai abgewiesen worden. Asipovich wurde am 17. Dezember von einem Hinrichtungskommando erschossen.
Schon im Juni war Alyaksandr Zhylnikau erschossen worden, ebenfalls wegen Mordes. Angenommen wird, dass jährlich mehrere Dutzend Hinrichtungen durch Erschießen vollzogen werden. Von den meisten wird nichts bekannt.
Außer in Belarus wird die Todesstrafe durch Erschießen noch in Somalia, Guinea, Iran, Irak und Saudi Arabien angewendet. Über Nordkorea liegen keine Daten vor, dort sollen jedoch jährlich mehrere hundert Menschen durch Erschießen hingerichtet werden.
In Europa herrscht regelmäßig Empörung, wenn etwa in den USA eine Hinrichtung eines Verurteilten stattfindet. Die Europäische Union lehne die Todesstrafe immer und ohne Ausnahme ab, sagte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell in Brüssel. Dies sei eine grausame und unmenschliche Strafe, die nicht abschreckend wirke und eine inakzeptable Verleumdung menschlicher Würde sei. Opfern steht diese Würde nicht zu, ist gemeint.
Dass unmittelbar vor der Haustür der EU über Jahrzehnte Menschen erschossen werden, interessiert die EU nicht. Belarus ist eine kommunistische Diktatur, also politisch „gut“. Die USA sind eine Demokratie, also politisch „schlecht“.

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