Agitation gegen Doppelpass

November 2, 2019 by hotminnie

In Südtirol war 2018 eine neue sozialistische Partei zur Wahl angetreten, die sich zuerst „Team Köllensperger“, dann „Team K“ nannte. Köllensperger und seine Gefolgsleute konnten vor allem auf die Stimmen jener Italiener zählen, die auf der einen Seite nicht mit der als rechts bezeichneten Lega wollten, auf der anderen Seite das Tiroler Verständnis der Südtiroler ablehnen. Das brachte der Partei auf Anhieb rund 15% der Stimmen.
Wir wollen eine interethnische Partei sein, wo die Fähigkeit der Einzelnen gesehen wird,“ erklärt eine K-Funktionärin.
Südtiroler Parteien wurden im Wahlkampf als rechtsextrem verteufelt; besonders auch in den linken Medien des benachbarten Österreich.
Südtiroler wollen schon länger wieder die österreichische Staatsbürgerschaft, zumindest zusätzlich. Das war ihnen von Österreich schon mehrmals zugesagt worden, wird aber durch heftige Agitation aus Rom und von Grünen und Faschisten hartnäckig bekämpft.
Beim nächsten Eklat schafften es die Abgeordneten des Team K, sich selbst zu ohrfeigen. Sie unterzeichneten eine Petition an die österreichische Regierung, zur doppelten Staatsbürgerschaft. Diese Mitunterzeichnung wurde jetzt zurück- genommen.
Das Team K meinte, selbstentlarvend, man wolle keine rechte Provokation unterstützen und nicht auf den patriotischen Zug aufspringen. Es ist also rechts, sich in Tirol als Tiroler zu deklarieren?
Doch die fünf unterzeichnenden Abgeordneten betonten noch weiter, dass sie – als im politischen Alltag des Landtages Unerfahrene – die Tragweite der Aktion, aber auch die derzeit stattfindende Instrumentalisierung des Themas zum Zeitpunkt der Unterschrift nicht vollständig abschätzen hätten können. Abgeordnete ohne Durchblick? Typisch marxistisch.
Aus Sicht dieser Abgeordneten könne eine Doppelstaatsbürgerschaft nur durch Einvernehmen zwischen Rom und Wien zustande kommen.
Unerfahrenheit ist noch viel zuwenig für diese Haltung. Was sollte Rom mitzureden haben, wenn ein anderer Staat Staatsbürgerschaften verleiht?
Fragte Italien, als zahlreichen Argentiniern ein italienischer Pass geschenkt wurde? Fragte Deutschland, als man zigtausenden Russen einen deutschen Pass schenkte? Fragt die Türkei, wenn sie Bürger europäischer Staaten mit einem türkischen Pass ausstattet, um sie mitwählen lassen zu können? Werden Syrien, Afghanistan, Pakistan, Somalia und viele andere Staaten gefragt, wenn ihren (ausweislosen) Staatsbürgern Pässe europäischer Länder ausgestellt werden?
Natürlich nicht. Denn jeder Staat entscheidet für sich.
Das Team K will deshalb weiter die völkischen Themen anderen überlassen. Diese Ansage ist verständlich. Man will die italienischen Angelegenheiten weiter in der Hand der Neofaschisten lassen; und alles andere ist schlichtweg rechtsextrem. Tiroler sowieso.

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