Beholfene Kinder

July 1, 2019 by hotminnie

Im Burgenland wurde ein Kleinkind aufgefunden. Neben der toten Mutter. Die war im Drogenrausch gestorben. Das Kind ist jetzt Vollwaise. Denn auch der Vater war schon seiner Drogensucht erlegen.
Besorgte Stimmen werden laut. Ja, warum hatte das Amt nicht eingegriffen? Amt, das ist die „Kinder- und Jugendhilfe“. Früher kannte man sie auch als Jugendwohl- fahrt, Fürsorge, Nationalsozialistische Volkswohlfahrt.
Die Kinderhilfe hat strenge Vorgaben. Eingegriffen dürfe nur aus wichtigen Gründen werden. Der wichtigste Grund dabei: Kann das Kind gleich an Heime oder interessierte Pflegeleute weitergegeben werden? Das soll etwas bringen, denn für diese Kindervermittlung, von Kritikern auch Kinderhandel genannt, wird viel Geld in die Hand genommen, von dem da und dort ein Sümmchen übrig bleibt.
Bei Kindern von Drogensüchtigen wird, als Faustregel, nicht eingegriffen. Wer will schon ein „Suchtkind“ nehmen? Am einfachsten greift die Kinderhilfe deshalb gleich in Entbindungskliniken zu. Dort sitzen Sozialarbeiterinnen, die mit Argusaugen brauchbare, oder schon vorbestellte, Kinder heraussuchen und gleich einen Zugriff vorbereiten, am besten mit Polizei.
Beide Eltern tot, da hat das kleine Kind als Vollwaise jetzt einen anderen Wert. Ein armes Hascherl, so ganz ohne Eltern, da greift so mancher gleich gern zu.

Im selben Burgenland geht es auch anders. Im Bezirk Neusiedl will ein Vater keinen Unterhalt für seine Kinder zahlen. Träumt dem Gericht vor, nichts zu verdienen, verschweigt sein Einkommen. Das geht, wenn man sich mit der Kinderhilfe gut stellt, und auch der Abteilungsleiterin einige Aufmerksamkeit schenkt, die schon bei anderen Gelegenheiten ganz nebenbei etwas abstauben konnte; wie bei der Vertuschung des Villa Mia-Skandals.
Das Landesgericht Eisenstadt hilft sehr mühsam aus. Nach über einem halben Jahr meint der Senat von Bernhard Kolonovits, in einer verschlungenen Entscheidung, eigentlich wäre gar nichts gewesen und das Wohl der Kinderchen sei gar nicht gefährdet. Warum sich das Landesgericht so viel Zeit ließ? Weil die Kinder dazwischen der obsorgeberechtigten Mutter abgenommen und dem Vater gegeben worden waren.
Das geht zwar eigentlich nur, wenn eine schwer wiegende Gefährdung des Kindeswohles vorliegt. Die aber war vom Bezirksgericht und vom Landesgericht bestritten worden. Kein Problem, die Kinderhilfe wollte es anders und Richter Reinhold Hodina macht es so wie alle anderen Pflegschaftsrichter. Er folgt dem Auftrag der Kinderhilfe.
Wie es den von der Kinderhilfe beholfenen Kindern geht, fragt dann niemand. Besonders bei einem Gericht nicht, dessen Vorsteherin Claudia Jaschke in der Richtervereinigung für Familienrecht zuständig ist. Jedenfalls für die politisch-ideologische Vorstellung von Familienrecht. Am wichtigsten war schließlich doch: Der Vater muss keinen Unterhalt zahlen. Um das ersparte Geld kann man sich dann schon etwas leisten.
Beim Stichwort Kinderhilfe sollte jeder aufgeklärt sein. Bei drogensüchtigen Eltern wird nicht eingeschritten. Drogenkonsum ist in und politisch korrekt. Sonst wird beim Eingreifen beachtet, wer die offeneren Hände hat. Sozialarbeiterinnen üben ihren schweren und gefährlichen Beruf nicht gern ohne entsprechende Honorierung aus.

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