Freudig willkommen

June 22, 2019 by hotminnie

GASTKOMMENTAR

Da hat Grünen-Chef Robert Habeck gar keinen Zweifel: „Wer uns wählt, weiß und will, dass sich damit Gravierendes ändert.“ Ist das wahr? Da sind wir uns gar nicht mal so sicher. Das wohl Gravierendste, was uns die Grünen auf den Tisch legen, ist die Forderung nach einem „Klimafonds“ aus Bundesmitteln, der stolze 100 Milliarden Euro verschlucken soll.
Nur mal so zur Größenordnung: Der gesamte Bundeshaushalt für 2019 umfasst 356 Milliarden Euro, von denen 321 Milliarden aus unseren Steuern stammen. Letztere müssten also um mehr als 30 Prozent ansteigen, um den Megafonds der Grünen zu füllen.
Ein ganz schöner Brocken, was? Doch damit sind unsere grünen Freunde noch nicht am Ende mit ihren Plänen. Hinzu kommt eine weitaus großzügigere Arbeits- losenunterstützung, die mit jährlich 30 Milliarden zu Buche schlagen darf. Zudem eine frühere und höhere Rente. Was die kosten soll, wissen Habecks Leute noch nicht. Nur, woraus sie finanziert werden soll: „Steuermittel“.
Deutschland ist knapp nach Belgien das Land mit der höchsten Steuerbelastung der Welt. Mit den Grünen lassen wir den Rest des Planeten in dieser Hinsicht lässig und uneinholbar weit hinter uns. Wer noch drastisch steigende Energiepreise draufsattelt, ist schnell bei einer Steigerung von Steuern und Lebenshaltungs- kosten um 50 Prozent.
Wie sagte Habeck: „Wer uns wählt, weiß und will…“? Vielleicht kriegen wir das bald heraus. Aber halt: Katrin Göring-Eckardt lässt noch offen, ob der Klimafonds nur über Steuern finanziert wird. Denkbar seien auch eine höhere Staatsverschuldung oder Abgaben der Industrie.
Die Industrie muss ja eh weg. Vor Arbeitslosigkeit muss sich keiner fürchten, denn erstens lohnt sich arbeiten ohnehin kaum noch, wenn die Steuern derart steigen, und zweitens verspricht uns Habeck ein bedingungsloses Mindesteinkommen für jeden Bürger im arbeitsfähigen Alter, selbst, wenn er die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter ablehnt.
Die Grünen möchten aber nicht nur über Geld reden, wenn’s um die Klimarettung geht. Göring-Eckardt nennt auch die Umforstung der Wälder als Maßnahme.
Da sind wir ja schon recht weit gekommen. Der Reinhardswald in Nordhessen beispielsweise soll gründlich umgeforstet werden. Er ist mehr als 1000 Jahre alt und gilt als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands.
Nach der grünen Umforstung muss es allerdings heißen, er „galt“ als das größte zusammenhängende… Denn hier sollen für die grüne Energiewende Großwind- anlagen, 241 Meter hoch mit 150 Meter langen Rotorblättern, aufgestellt werden. 20 davon sind konkret geplant, insgesamt könnten es mehr als 50 auf sieben Flächen werden.
Dafür werden Schneisen für Hochspannungsleitungen in den Wald geschlagen und breite, befestigte Straßen für Bau und Wartung der Anlagen gebaut. Die grüne Lobby hält treulich die Schnauze. Der Widerstand von Anwohnern wird platt- gewalzt wie der Wald in den Schneisen.
Hier können Habeck und Co. stolz betrachten, wie weit ihre Bewegung gekommen ist. Einst waren die Grünen eine kleine, verlachte Spinnertruppe. Damals, in den 80ern, fürchteten sie sich besonders vor dem Tod des deutschen Waldes. Heute haben die Grünen das Land dermaßen im Griff, dass nicht nur SPD und Union ihnen nacheifern, sondern so sehr, dass sogar das „Waldsterben“ ein grünes Projekt geworden ist, weshalb wir es auch nicht mehr fürchten, sondern freudig willkommen heißen.
Es geht schließlich um die Rettung des Weltklimas durch Deutschland. Wenn derart titanenhafte Herausforderungen ins Haus stehen, waren die Deutschen schon früher bereit, alle Bedenken beiseite zu schieben und alles, was steht und liegt oder läuft, an die Front zu werfen.
Die totale Mobilmachung erfasst mehr und mehr auch die Schulen. Bislang wurde den Freitagsschwänzern vereinzelt mit Sanktionen wegen Verstoßes gegen die Schulpflicht gedroht. Nun dreht die Bewegung den Spieß um: In einer Dortmunder Gesamtschule ist die Teilnahme an den „Fridays for Future“-Aufmärschen jetzt Teil des Unterrichts − und damit Pflicht. Wer stattdessen lieber lernen will, muss also mit Strafe rechnen.
Wie rasch und unverstellt das alles wiederkommt! Bislang wurde deutschen Schülern nur unter der braunen und danach der roten Diktatur die Zustimmung zu einem bestimmten politischen Programm abgepresst. Nun sehen wir, dass das auch unter grüner Herrschaft geht. Das ist ausbaufähig: Wann ziehen deutsche Jungs und Mädels wieder freudig singend in die Natur, wo sie Sümpfe trockenlegen und Wälder roden, um Platz zu schaffen für mehr Windräder und Solarzellen-Wüsten?
Nun ja, jetzt vielleicht noch nicht. Bei solchen Aktivitäten könnte die „Generation Schneeflocke“ jene Partystimmung vermissen, welche die Freitags-Demos so unwiderstehlich macht. Auf jeden Fall muss man, solange der Sieg noch nicht total ist, den antifaschistischen Schutzwall dichthalten.

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