Die Waffenmanie

May 28, 2019 by hotminnie

Ein Tiroler habe einen Vorarlberger mit einem Messer erstochen. So hatten die üblichen Meldungen gelautet.
Mit Messer erstochen? Jedem hellhörigen Europäer stellen sich sofort die Ohren auf. Dass ein Mann ein Taschenmesser bei sich trägt, war und ist in Europa üblich. Aber keinem normalen Europäer würde es einfallen, damit jemanden abzustechen.
Fakten kamen erst sehr zögernd ans Licht. Der Täter stammte offenbar aus Tschetschenien, oder aus der Türkei, das Opfer soll Türke gewesen sein. Medien dürfen die Nationalität nicht mehr berichten, aus Feigheit vor der Internet-SS.
Doch der Richter griff in eine spezielle Lade: Er wertete den Einsatz eines Klappmessers mit einer Klingenlänge von 7,5 Zentimeter als erschwerend. 7,5 Zentimeter? Viele Taschenmesser haben eine solche Klingenlänge. Was daran soll erschwerend sein? Dass man jungen Ausländern solche Messer in die Hand gibt? Auch nicht gerade. Denn die meisten Messermorde werden mit Messern mit weit längerer Klinge begangen – ohne dass das als erschwerend ausgelegt wird.
Ob der Richter seit seiner Schulzeit nie ein Taschenmesser mitgeführt hatte? Es muss ein sonderbarer Richter gewesen sein.
Umgekehrt wird dem Täter als erleichternd zugute gehalten, dass er zum Tatzeitpunkt unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden sei. Alkohol und Drogen als entschuldigend? Die Justiz wird immer rascher realitätsfremd.

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