Türkei setzt Professor ab

April 21, 2019 by hotminnie

Mit dem verfehlten österreichischen Islamgesetz sollte an der Universität Wien der Lehrgang für islamische Studien gesetzlich fixiert werden. Die Leitung des schon bestehenden Institutes hatte der aus der Türkei stammende Professor Ednan Aslan inne, eine international anerkannte Autorität.
Aslan ging es nicht anders als Mohammed Korchide und anderen – er geriet rasch in das Visier radikal-islamischer Organisationen, die das Institut für sich und ihre extremistischen Ideologien beanspruchen.
Dann kam die berühmte Studie über islamische Kindergärten. Die meisten der einschlägigen Vereine verweigerten die Mitarbeit, danach hieß es, die Studie sei nicht repräsentativ.
Die Muslimbruderschaft – einerseits in Form der Muslimischen Jugend, andererseits in der Person von Farid Hafez – versuchte, Aslan in Gerichtsverfahren zu verstricken. Bei der islamfreundlichen Wiener Parteijustiz eine nicht schwere Aufgabe. Doch beide blitzten ab.
Jetzt aber griff die Türkei ein. Konkret über die Milli Görüs, die nun die türkische Behörde Diyanet kontrolliert. Das Diyanet verlangte über den österreichischen Milli Görüs-Funktionär Ümit Vural von der Universität Wien die Absetzung Aslans als Institutsleiter. Gleichzeitig verhängte die Türkei gegen Aslan ein Einreiseverbot, weil er angeblich ein Gülen-Anhänger sei – die beliebteste Ausrede in der Türkei, um politisch Unliebsame kaltzustellen.
Die zuständigen Politier in Österreich hüllen sich in Schweigen, wollen ihre türkischen Kontakte nicht gefährden. Die (in Wien durchwegs linken) Medien warfen Aslan sofort Verfehlungen vor. Diesen Vorwurf braucht man nicht zu beweisen, er bleibt einfach im medialen Raum stehen.
Der kleine Nahost-Staat Österreich sank damit noch um eine Stufe tiefer.

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