Italien gegen Saison-Arbeiter

March 11, 2019 by hotminnie

Nicht nur die betroffenen Mitarbeiter sind verärgert, auch die Hoteliers schlagen Alarm: Weil vielen saisonalen Arbeitskräften aus Kroatien, Slowenien oder Tschechien die Autos beschlagnahmt werden, wollen sie nicht mehr wieder- kommen.
Die Ursache für den Ärger ist das lästige Targa-Problem, das die Südtiroler nun schon seit Wochen umtreibt. Wie sich jetzt zeigt, wird das Verbot mit einem ausländischen Kennzeichen in Italien zu fahren, für die heimischen Betriebe, vor allem für Hotels und Gasthäuser, zum echten Stolperstein. Denn: Mittlerweile sind die Mitarbeiter aus Kroatien, Slowenien oder Tschechien aus den Tourismus- betrieben nicht mehr wegzudenken. Sehr viele von ihnen kommen während der Saison in das Pustertal, um dort ihren Dienst zu tun. Dabei ist es für die meisten selbstverständlich, dass sie mit dem eigenen Auto anreisen – um so auch in Südtirol mobil sein und um alles Nötige transportieren zu können. Nur: Diese Autos sind mit dem Kennzeichen ihres Heimatlandes ausgestattet.

Aber das Sicherheitspakt von Innenminister Salvini verbietet das: Demnach darf niemand, der sich länger als 60 Tage in Italien aufhält, mit einem ausländischen Kennzeichen fahren. Die Zahl der Fälle wächst von Tag zu Tag, sagt Thomas Walch, Obmann des HGV im Puster- und im Gadertal. Bei ihm im Büro sind bereits 20 Fälle aktenkundig, andere wiederum sprechen davon, dass bereits 35 und mehr Mitarbeiter allein im Pustertal betroffen sein sollen. Sie alle wurden von den Ordnungskräften kontrolliert. In der Folge mussten sie eine Strafe von 500 beziehungsweise 700 Euro bezahlen und das Fahrzeug wurde beschlagnahmt. Auch bei Thomas Walch im Hotel gibt es einen Oberkellner aus Kroatien, der seit nun elf Jahren zum Arbeiten kommt und hier ein Auto mit kroatischem Kennzeichen fährt. Den Kellner hat es beim Einkaufen in Bozen erwischt: Die Stadtpolizei hat das Bußgeld sofort eingefordert. Mit seinem Auto darf er jetzt nicht mehr fahren.
Einige Betroffene ziehen deshalb Konsequenzen und teilten mit, dass sie unter diesen Umständen nicht länger in Südtirol arbeiten können. Das sei, so auch der HGV, mittlerweile zu einem enormen Problem geworden. Für eine Tourismusregion im Grenzgebiet, wie es Südtirol ist, lasse sich das Sicherheitsdekret in dieser Form nicht umsetzen.
Bemühungen auf Änderungen scheiterten bisher daran, dass die italienischen Behörden gnadenlos weiter beschlagnahmen. Autos mit ausländischen Kennzeichen müssten in der Garage bleiben. Aber viele der Betroffenen fahren trotzdem weiter, was bleibt ihnen anderes übrig.

Archives

Categories

%d bloggers like this: