Schnappatmung bei Islamisten

February 1, 2019 by hotminnie

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) ist aufgeregt. Seit Ümit Vural als neuer Vorsitzender der Dachorganisation des politischen Islam in Österreich sein Amt antrat, findet er immer wieder eine neue Erbse unter seinem Matratzenstapel.
Diesmal ist es der „islamische“ Religionsunterricht, besser gesagt, dessen Bezeichnung. Die IGGÖ behauptet zwar, die offizielle Vertretung der Musliminnen und Muslime zu sein, diesem Anspruch hatte jedoch schon der Verfassungs- gerichtshof vor Jahren eine Absage erteilt.
Vural empört sich, dass bei Religion nicht mehr „Islam“ im Zeugnis stehe, sondern „IGGÖ“. Dabei würde die Religion doch Islam heißen, meint Vural.
Von einem Rechtsanwalt hätte man sich besseres Rechtsverständnis erwartet. So wie andere Religionen auch teilt sich der Islam in verschiedene Richtungen – die sich noch dazu oft unbarmherzig bekämpfen. Welche dieser Richtungen die IGGÖ vertritt, kam bisher nicht wirklich hervor; die vorgelegte „Glaubenslehre“ ist ein schwammiges Mischmasch.
Eine sunnitische Glaubensgemeinschaft wurde bis heute von der Kultusbehörde nicht zugelassen. Die also kann es nicht sein. Die Schiitische Glaubensgemein- schaft nennt sich SCHIA und lässt das auch in Zeugnisse eintragen. Die Alevitische Glaubensgemeinschaft – als einzige bisher als Religionsgesellschaft anerkannt – nennt sich ALEVI und lässt das in die Zeugnisse ihres Religionsunterrichts eintragen.
Da hatte sich die IGGÖ eben ein bitteres Eigentor geschossen. Sie lehrt nicht den „Islam“, sondern eine eigene Version davon. In Anlage 1 ihres Lehrplans steht ganz unmissverständlich: „Die Inhalte des Lehrplans für islamische Religion in den unterschiedlichen Schularten und Schulstufen gründen sich auf die Interpretation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.“ Interpretation ist nicht gleich Islam.
Dazu hatte Vurals Vorgänger Ibrahim Olgun verkündet, die IGGÖ kümmere sich nicht darum, was andere unter Islam verstünden, sondern lege das für Österreich selbst fest.
Folglich steht, und das völlig zu Recht, in den Zeugnissen eben nicht „Islam“, sondern „IGGÖ“.

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