Die Jux-Verbote

Leave a comment

October 31, 2018 by hotminnie

BERICHT

In Berlin wird teilweise die Mitnahme gefährlicher Gegenstände verboten und von der Polizei kontrolliert. Das Verbot gilt in den Nächten von Freitag auf Sonnabend sowie von Sonnabend zu Sonntag jeweils in der Zeit zwischen 20 Uhr und 6 Uhr in allen Bahnhöfen auf der Stadtbahnstrecke zwischen Bahnhof Zoo und Lichten- berg. Kontrolliert wird zudem nicht nur in S-Bahnen sondern auch in Zügen des Regional- und Fernverkehrs, die auf diesem Streckenabschnitt verkehren. „Die Anzahl festgestellter Gewaltdelikte in Bahnen und Bahnhöfen bewegt sich seit Jahren auf hohem Niveau, zudem ist eine Zunahme der Gewaltintensität festzustellen“, begründete Matthias Lehmann, Sprecher der Bundespolizei- direktion, die Maßnahme.
Kontrolliert wird zu den angegeben Zeiten zwar auch das Mitführen von Waffen wie Schusswaffen oder Messern ab einer bestimmten Klingenlänge, deren Mitführen ist allerdings nach dem geltenden Waffenrecht ohnehin verboten. Das Hauptaugenmerk bei den künftigen Kontrollen an Wochenenden liegt auf gefährlichen Gegenständen, wie kleinen Messern, Reizstoffgeräten oder Werkzeugen wie Hämmer, Schraubendreher und Ähnlichem. Die meisten dieser Gegenstände unterliegen zwar keinem Verbot, während des Kontrollzeitraums bis Ende Januar ist das Mitführen entlang der Stadtbahnstrecke allerdings verboten. Ein Verstoß wird mit einem Zwangsgeld und/oder dem Einziehen der Gerät- schaften geahndet.
Kontrolliert wird nach Angaben der Bundespolizei „mit Augenmaß“, wobei die kontrollierenden Beamten einen Ermessensspielraum haben. Bereits im Juni dieses Jahres hatte die Bundespolizei die Maßnahme getestet. Seinerzeit gab es jedoch vorab Kritik, zudem wurde die Frage gestellt, was mit Reizstoffgeräten sei, die junge Frauen zum eigenen Schutz dabeihaben. Auch die Frage nach Handwerkern, die auf dem Weg von zur Arbeit Werkzeuge mit sich führen, wurde aufgeworfen. „Einer jungen Frau, die ihr Schutzbedürfnis begründet, werden die Kollegen kaum ihr Reizstoffgerät abnehmen“, sagte Lehmann der Berliner Morgenpost am Mittwoch. Auch ein Handwerker, der sein mitgeführtes Werkzeug für die Arbeit benötige, werde nicht weiter behelligt.
Frauen müssen also erst begründen, weshalb sie sich gegen Übergriffe wehren wollen.
Die dreimonatige Maßnahme richtet sich wie schon der Testlauf im Juni vor allem gegen ein „junges Party-Publikum“. In dieser Zielgruppe kann nach Erkenntnissen der Polizei schnell eine Gruppendynamik, verstärkt durch Enthemmung durch Alkohol, das Risiko von Gewalttaten massiv steigern. Lagebildern der Bundespolizei und auch der Berliner Polizei zufolge sind es vor allem Vertreter dieser Altersgruppe, die in der Vergangenheit immer wieder in gewalttätige Auseinandersetzungen nicht nur in Bahnen und auf Bahnhöfen verwickelt waren.

In Wien wurde auf einzelnen öffentlichen Linien verboten, während der Fahrt zu essen. Angeblich seien Fahrgäste durch stark riechende Speisen belästigt worden. Auch an ein Stillverbot ist gedacht, weil einzelne Frauen die paar Minuten zu ihrem Fahrzielt nicht abwarten wollen, sich auspacken und andere Fahrgäste sich davon gestört fühlen.
Diese Verbote werfen grelles Licht auf die Auseinandersetzung politischer Funktionsträger mit ihren Untergebenen. Ein soziales Miteinander ist nicht mehr erwünscht, alles soll reguliert werden. Buchstäblich von der Wurstsemmel bis zum Taschenmesser. Wen kann es dann noch wundern, dass so viele Normalbürger den Großstädten den Rücken kehren und das Feld dieser asozialen Beherrschaftung überlassen.
Berlin und Wien ist aber doch etwas gemeinsam: Schutzmittel gegen Gewalt und gefährliche Speisen werden verboten, die Verbote scharf kontrolliert, mit hohen Strafen geahndet. Doch in beiden Städten scheint sich niemand der Oberen daran zu stoßen, dass in den öffentlichen Verkehrsmitteln ungeniert und in absolut unübersehbarem Umfang mit Drogen gedealt wird, die Drogen oft noch gleich konsumiert werden.
Das stinkt nicht, bringt Umsätze – und bei Kontrollen stößt man nicht an die (großteils ausländischen) Dealer an.

Reply welcome

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

Archives

Categories

%d bloggers like this: