Slalom um Imame

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October 15, 2018 by hotminnie

BERICHT

Das skurrile und verfassungswidrige Islamgesetz sorgt in Österreich weiter für Diskussionen. Imame aus der Türkei erhalten für Österreich zeitlich begrenzte Visas, müssen dafür eine Erwerbstätigkeit vorweisen. Alle diese Imame sind Beamte der türkischen Regierungsbehörde Diyanet und werden vom Diyanet bezahlt.
Eine Bezahlung aus dem Ausland ist aber nach besagtem Islamgesetz unzulässig. Damit hadert vor allem die ATIB, die österreichische Abteilung des Diyanet.
ATIB-Sprecher Yaşar Ersoy beklagt, es gebe in Österreich zu wenige Imame und keine adäquate Ausbildung.
Was steckt wirklich dahinter?
Imame sind Vorbeter bei islamischen Gebeten. Nichts mehr, nichts weniger. Vorbeter einer Gruppe kann jeder sein, nirgends im Islam ist es vorgesehen, dass ein Vorbeter eine besondere Ausbildung haben müsste. Bezahlte Imame? Den Beruf eines bezahlten Priesters kennt der Islam genausowenig.
Welche Rolle spielen also diese Imame? Eben jene getreuer Staatsdiener, die Aufträge ihrer Behörde – des Diyanet, das direkt Diktator Erdoğan untersteht – an die Untergebenen (Türken im Ausland) weitergeben sollen. Gleichzeitig auch überwachen sollen, ob diese Türken nicht etwa vom rechten Weg abweichen, das heißt, jenem der AKP.

Yaşar Ersoy als ATIB-Sprecher? Auch das ist neu. Denn Ersöy sitzt nicht im ATIB-Vorstand. Er ist allerdings Vorsitzender des ultralinken Vereins Bündnis Mosaik (ZVR 399256669). Ist Bündnis Mosaik dann auch eine Einrichtung des türkischen Staates?
Gleichzeitig ist Yaşar Ersoy Vorsitzender des Vereins Nokta (ZVR 661174666). Nokta residiert, freilich nur zufällig, am Sitz der ATIB in Wien und untersteht der ATIB. Weil Multifunktionäre besser verdienen, ist Ersöy gleichzeitig auch Vorstandsmitglied des Zentrums für Soziale Unterstützung in Österreich (ZVR 901173571), eines ATIB-Untervereins, als dessen Vorsitzender (das aber nicht zufällig) ATIB-Chef Nihat Koca aufscheint.
In dieser Art spielt sich die Szene des politischen Islam in Österreich (und auch sonst in Europa) ab: Vereine, Untervereine, Zweigvereine – und immer wieder mit bekannten Gesichtern.
Auch bei türkischen Beamten – und Yaşar Ersoy ist fraglos ein solcher – geht es um Geld. Deshalb macht man Geschäfte. Zum Beispiel mit dem offiziell von Nokta betriebenen, aber der ATIB zugehörigen Kindergarten Marienkäfer. Dieser vermittelte Kindern „reinrassiges“ Türkentum und die Islamsicht des Diyanet, erhielt dafür von der Gemeinde Wien Förderungen von rund einer Viertelmillion Euro. Das zusätzlich zu den Förderungen, die die ATIB und Nokta selbst erhalten.

Auch die österreichische Regierung war erbarmungslos in diese Vereinsfalle getappt. Großartig war verkündet worden, das Kultusamt habe sieben Moscheen geschlossen – die aber gleich wieder offen waren. Aus einem einfachen Grund: Es sind Vereine, keine Moscheen; zuständig für die Schließung war die Vereins- behörde, nicht aber das Kultusamt. Vereinsbehörde in Wien ist der Magistrat, der sich hüten wird, Vereine von potentiellen Wählern der Stadtpartei zu schließen.
Die Lehren aus der Geschichte: Lässt man sich mit ausländischen Behörden ein und kennt die eigenen Gesetze nicht – bleibt man Zweiter.

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