Nicht lebenswert

July 18, 2018 by hotminnie

BERICHT

Belgien erlaubt seit 2003 die Beseitigung unwerten Lebens, auch Euthanasie genannt. In den meisten Fällen sind es ältere, unheilbar Kranke, die eine Selbsttötung verlangen. Oder aber auch, für die eine Selbsttötung verlangt wird, wenn der Patient nicht mehr äußerungsfähig ist.
Das Jahr 2017 brachte einen Anstieg von 13 Prozent dieser Fälle; in den letzten vier Jahren stieg die Zahl dieser Tötungen merkbar an. Auch die Zahl jener Selbsttötungen, die daheim vorgenommen werden, steigt kontinuierlich.
Die Zahl der Flämisch sprechenden Betroffenen liegt dabei um ein Dreifaches höher, als die Zahl der Französisch Sprechenden. Untersucht oder begründet wurde dieser Unterschied noch nicht, obwohl die vergleichbaren Krankheitsfälle sprachunabhängig sind.
Im Jahr 2014 eröffnete Belgien die Euthanasie auch für Minderjährige, unabhängig von ihrem Alter. Sie benötigen nur die Zustimmung ihrer Eltern.
Hier setzt laute Kritik an, weil Kinder wohl kaum in der Lage sind, derartige Entscheidungen allein zu treffen. Das bedeutet in der Praxis, Eltern können die erlaubte Tötung ihrer Kinder veranlassen, mit dem Grund, das Kind sei nicht lebensfähig; oder in der Praxis, um ein Kind zu eliminieren, das eine zu hohe Belastung darstellt (oder darstellen könnte).
Dumpfe Erinnerungen an Zeiten, in denen unwertes Leben systematisch beseitigt wurde, kommen hoch. Werden aber politisch beiseite gewischt. So sagte Senator Jean-Jacques De Gucht, es sei sehr wichtig, dass die Gesellschaft Menschen die Entscheidungsfreiheit gebe, auf welche Weise sie mit ihrer Situation umgehen wollen.
Wie das auf Kinder zutreffen soll, blieb unbeantwortet. Bisher sind drei Fälle bekannt, in denen Minderjährige auf diese Weise entsorgt wurden.

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