Die Daten-Hysterie

May 27, 2018 by hotminnie

BERICHT

Die Europäische Union leistete sich einen weiteren Vorstoß in den Asteroidengürtel der Regulierungen: Die sogenannte Verordnung zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutz-Grundverordnung), kurz Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) genannt.
Die Europäische Union kann nicht anders – solche Machwerke arten immer in ein unübersichtliches Konvolut aus, mit dem keiner umgehen kann.

Nicht anders zu erwarten war, dass die Medien die größten Schwierigkeiten mit Datenschutz haben würden. Weil Medien, ganz besonders in Europa, mittlerweile hauptsächlich von Datenmissbrauch und Datenhandel leben.
So gut wie alle Medien weisen nun darauf hin, dass sie Cookies einsetzen würden. Das seien nur kleine, unscheinbare und ungefährliche Textdateien. Man müsse der Verwendung von Cookies zustimmen, ohne Alternative.

Balken eins: Cookies sind keineswegs harmlose Textdateien, sondern – in den meisten Fällen – Kleinprogramme, die den User ausforschen, seine Daten weitermelden, Grundlage für die strömende Werbeflut bilden. Man nennt es richtiger Spyware.
Vernünftige User haben ihren Browser so eingestellt, dass Cookies gleich wieder gelöscht werden; Zusatzprogramme zum Löschen von Cookies und ähnlichem Müll sollten regelmäßig betätigt werden.

Balken zwei: Die DSGVO sieht selbstverständlich vor, dass User nicht nur gefragt werden müssen, sondern auch eine gleichwertige Widerspruchs-Möglichkeit angeboten werden muss. Wer sich durch den medialen Wald durchfrisst, wird rasch feststellen: Nirgends gibt es die Möglichkeit des Nichteinverständnisses oder eines Widerspruchs.
Heißt nichts anderes, als dass Medien durch den Einsatz von Cookies, ohne die Alternative einer Ablehnung, durchwegs gegen die DSGVO verstoßen.

In keinem einzigen europäischen Staat gibt es eine unabhängige, Betonung auf unabhängige, Stelle, die für Beschwerden herangezogen werden könnte. Darauf bauen die Medien.
Das Kapitel DSGVO ist deshalb noch lange nicht angereizt. Ziel wird sein müssen, den alternativlosen Einsatz von Spyware – das sind hauptsächlich Cookies – gänzlich zu verbieten. Also los!

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