Halal oder Haram

April 6, 2018 by hotminnie

BERICHT

Die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) tappt immer wieder in kritische Bereiche, in denen sie nichts verloren hat. Einer davon ist die Zertifizierung, was für Muslime halal ist. Für die Zertifizierung benötigt jeder, der sie ausübt, eine Gewerbeberechtigung und einen Befähigungsnachweis, und muss seine Gewinne jedenfalls auch versteuern.
Das versucht die IGGÖ zu umgehen und stellt seit rund 20 Jahren Zertifizierungen aus. Ohne Berechtigung, ohne Ahnung, was halal ist, und selbstverständlich ohne Steuern zu bezahlen. Die IGGÖ behauptet, sie sei eine Religionsgesellschaft, deshalb dürfe sie das, das stehe im Islamgesetz (aus 2015) – wo allerdings nichts davon erwähnt ist. Die IGGÖ zertifiziert auch für Exporte in andere Länder. Diese Zertifizierungen werden allerdings international nicht anerkannt, weil der IGGÖ die Zulassung fehlt. Die Firmen zahlen deshalb oft umsonst.
Auf Wunsch der IGGÖ wurde sogar die Tierschutz-Schlachtverordnung umgeschrieben; rituelle Schlachtungen dürfe nur ein von einer Religions- gesellschaft zertifizierter Schlächter ausführen. Allerdings wurde bisher keiner zertifiziert. Ob diese diskriminierende Schlachtverordnung hält, wird sich noch zeigen.
Gegen die Islamische Glaubensgemeinschaft läuft gerade ein handelsgerichtliches Verfahren, weil sie eine Monopolstellung für die Halal-Zertifizierung behauptet und legale Konkurrenten, das sind solche mit Gewerbeschein, im In- und Ausland heftig angriff und verleumdete. Im Verfahren wurden jetzt handfeste Fakten auf den Tisch gelegt, bei denen sich die IGGÖ vollauf blamierte.
Die Islamische Glaubensgemeinschaft sei eine Religionsgesellschaft und 1979 als solche anerkannt worden, behauptete sie. Bewiesen ist mittlerweile, dass es nie eine Anerkennung gegeben hatte. Die IGGÖ vermochte auch im Verfahren keine Verordnung über die Anerkennung vorzulegen. Sie war und ist daher keine Vertretung der Muslime in Österreich.

Die Halal-Zertifizierung sei ein Glaubensgutachten, verbreitete die IGGÖ im Verfahren und davor auch schon in der Wirtschaftskammer. Ein Glaubens- gutachten dürfte allerdings nur vom Mufti ausgestellt werden. Der Mufti der IGGÖ ist Mustafa Mullaoglu, ein führendes Mitglied der türkischen Milli Görüs in Deutschland (IGMG) und Österreich (Islamische Föderation). Obwohl schon an die 20 Jahre in Deutschland und Österreich, spricht Mullaoglu nur wenig deutsch und benötigte vor Gericht einen Übersetzer. Integration ist für Türken unerwünscht, wie auch Erdoğan immer wieder predigt.
Mustafa Mullaoglu sagte aus, mit Halal nichts zu tun zu haben und noch kein Glaubensgutachten darüber erstellt zu haben. Hunderte von der IGGÖ ausgestellte Zertifikate sind daher keine Glaubensangelegenheit, sondern eine willkommene – und unversteuerte – Geldquelle.
Hauptakteur der IGGÖ für die Halal-Zertifikate ist der tunesische Muslimbruder Noureddinne Boufalgha. Seine Begutachtungen erfolgten großteils so in etwa Daumen mal Pi, denn von Halal hat Boufalgha nur wenig Ahnung. Ihm ging es um Geschäft, deshalb verlangte er seine Bezahlung – pro Zertifizierung einige tausend Euro – meist auch bar auf die Hand.
Die härteste Meldung kam noch. Die Firma Wech, in St. Andrä im Kärntner Lavanttal, produziert Hühner. Diese wurden früher vorschriftsmäßig vor der Schlachtung betäubt, mittels Elektroschocks. 2014 stellte die Firma Wech auf Gasbetäubung um. Das hatte zur Folge, wie Prokurist Peter Rutrecht vor Gericht aussagte, dass die Hühner sofort tot waren, und auch seither, nach Reduzierung der Dosis, durch das Gas in ein „irreparables Koma“ versetzt werden; auf gut deutsch, klinisch tot sind. Sie könnten nur durch eine Herz-Lungen-Maschine künstlich am Leben erhalten werden, meinte der Prokurist.
Die Hühner sind also tot. Sure 5 im Koran verbietet den Genuss toter Tiere, als haram (verboten). Trotzdem werden diese toten Hühner seit 2014 durch die IGGÖ als halal zertifiziert. Der türkische AKP-Aktivist Ergün Kuzugüdenli hatte Wech aufgefordert, nur mehr Zertifizierungen durch die IGGÖ zuzulassen. Das bringt der IGGÖ immerhin pro Jahr mehrere tausend Euro, netto. Kuzugüdenlis Firma Senmenü verkauft daher seit Jahren haram-Fleisch, unter der Vortäuschung, es sei halal.
Das handelsgerichtliche Verfahren ist noch nicht beendet, sollte aber schon jetzt Anlass zu harten behördlichen Sanktionen gegen die Islamische Glaubensgemeinschaft bieten.

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