Kinderschänder im Hasenstall

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February 27, 2018 by hotminnie

BERICHT

In Wien wurde ein Volleyball-Nachwuchstrainer angeklagt. Er soll sich an Mädchen vergangen haben, das jüngste Opfer sei erst sechs Jahre alt gewesen. Der Trainer sitzt seit Monaten in Untersuchungshaft, für den 14. März ist die erste Verhandlung angesetzt. Auch an Schulen gab der Verdächtige Volleyball-Unterricht, noch mehr Vorfälle sind daher möglich.
Der Österreichische Volleyverband reagierte darauf. Ehrenamtliche Trainer müssen seither verpflichtend ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Die Effizienz lässt dennoch zu wünschen übrig, denn im Leumungszeugnis scheinen nicht immer alle Vorstrafen auf.
Ein wichtiger Grundsatz in Europa ist es, die Persönlichkeitsrechte von Tätern zu schützen. Ihre Namen werden verschwiegen, ihre Gesichter verpixelt, ihre Herkunft nicht genannt (wenn es Ausländer sind). Täterlisten, die beispielsweise in den USA geführt werden, sind in Europa verpönt, man dürfe einem Täter nichts Schlechtes nachsagen. Auf den Schutz von Kindern wird nicht bedacht.
Ein ähnlicher Fall flog jetzt nach exklusiven XlargE Recherchen auf. Ein in Frantschach, im Kärntner Lavanttal ansässiger Fußballverein beschäftige einen Trainer mit einschlägiger Vergangenheit. Der 57-jährige R. aus Wolfsberg ließ sich nach mehreren Umzügen jetzt im Ortsteil Zellach von St. Gertraud nieder und liebt es, mit Kindern zusammen zu sein. Deshalb ist R. Sektionsleiter beim FC Mondi und dort persönlich Nachwuchsleiter und Nachwuchstrainer. Selbst die Kontakt- adresse des FC Mondi läuft über ihn. Der FC Mondi gehört keinem Dachverband an und weist auf seiner Webseite eine falsche Vereinsnummer aus (die richtige ist ZVR Nr. 080576994). Zufall? Absicht?

Der Haken an der Sache: Die Verurteilungen des Wolfsbergers, der unter anderem mit einer Druckerei Konkurs anmelden musste, wegen nicht geleisteter Unter- haltszahlungen hinter Gittern saß und mit dubiosen Vereinsaktivitäten auffiel, wiegen schwer. XlargE liegen einige Urteile aus Strafverfahren am Landesgericht Klagenfurt vor. Der Oberste Gerichtshof hatte auch die letzte Nichtigkeits- beschwerde abgewiesen und knapp zusammengefasst:
Mit dem angefochtenen Urteil wurde R. (im wieder aufgenommenen Verfahren erneut) jeweils mehrerer Verbrechen des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen nach § 207 Abs 1 StGB (1) und Vergehen des Missbrauchs eines Autoritäts- verhältnisses nach § 212 Abs 1 Z 2 StGB (2) schuldig erkannt.“
Das jahrelang ausgedehnte Verfahren war in der Wolfsberger Gegend Gesprächsthema gewesen, denn R. habe nach Ansicht des Gerichts seine Stieftochter sexuell missbraucht. Bis nach Frantschach sei das Geschehene wohl nicht durchgedrungen, denn im örtlichen Verein darf R. jetzt mit Kindern ungeniert trainieren. Außerdem hatte es bei R. mehrmals Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen gegeben, weil auf seinen Servern auch kinderporno- graphisches Material aufgetaucht war.
Naturgemäß wird seitens der Verantwortlichen geblockt. Die zuständige Kinder- und Jugendhilfe der Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg bestreitet, von Verurteilungen etwas zu wissen, obwohl sie selbst einbezogen war, und anlässlich der erhobenen Vorwürfe durch eine Verwandte das mutmaßliche Opfer unverzüglich in die Kinder- und Jugendpsychiatrie Klagenfurt eingewiesen hatte. Der Vereinsobmann will dazu nichts sagen. Den zuständigen Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) plagen andere Sorgen, er will davon nichts wissen, besonders im Kärntner Dauer-Wahlkampf. Referatsleiterin der Kinder- und Jugendhilfe Kärnten, Barbara Berger-Malle, will mit einem solchen Skandal nicht belästigt werden. Das Gemurmel von Eltern scheint bislang zu leise zu sein, ein bekanntes Phänomen, bevor die Wogen hochgehen.
Die Firma Fußballösterreich Spielbetriebs und Vermarktungs GmbH, in Wien 19, Sommerhaidenweg 100A, als verantwortlicher Diensteanbieter der Vereins- homepage, die das vermarktet, ist noch nicht so weit wie der Volleyballverband. Wie XlargE Recherchen aber ergaben, war von R. nirgendwo ein Leumundszeugnis verlangt worden. Sein Strafregister weist nämlich eine Fülle von Verurteilungen auf.
Das führt bekanntlich zu weiteren Auswirkungen im geschäftlichen Alltag, denn R. wollte selbst nach seinem Konkurs lukrative Geschäfte forcieren. Wegen der Hinderungsgründe nach der Gewerbeordnung müsste dem Lavanttaler eine Gewerbeausübung verwehrt bleiben. Dennoch posiert R. als eigener Internet-Provider mit einer in England registrierten Limited, denn von irgend etwas will man dennoch leben, schließlich leben im gemeinsamen Haushalt gar noch minderjährige Kinder.
Beim zuständigen Bezirksgericht hingegen folgt eine Exekution der nächsten, denn zu holen ist beim frisch gebackenen Fußball-Trainer nichts. Ergebnislos verlässt der Gerichtsvollzieher mehrmals jährlich den Schuldner, lediglich mit einem Offenbarungseid im Gepäck. So sei auch ein im Ausland laufendes Finanzstraf- verfahren ohne Belang, da der Firmenchef persönlich ausschließlich von Österreich aus agiert.

Umso bemerkenswerter der Firmensitz in einem unscheinbaren Massenquartier in der Londoner Harley Street. Nach XlargE Recherchen seien an die 5000 Scheinfirmen dort gemeldet, wie so oft persönlich unerreichbar und teils dort unbekannt, wie ein XlargE Lokalaugenschein zeigt. Das Finanzamt St. Veit ziert sich unterdessen, die Schadenssumme sei nicht hoch genug, wie ein Insider gegenüber XlargE auspackt. Die Gewerbebehörde der Bezirkshauptmannschaft Wolfsberg drückt beide Augen zu, seit ein Verein von R. erst behördlich aufgelöst und diese Entscheidung vom ehemaligen Volksanwalt Ewald Stadler wieder revidiert wurde. So greift auch die Bezirksverwaltungsbehörde das fragwürdige Impressum der Unternehmenswebsite von R. bis heute nicht auf.

In seinem „Eh schon egal“–Verhalten gibt R. sogar die Email-Adresse seiner Auslandsfirmafirma als Kontaktadresse auf der Vereinswebsite an. Sogar für Veranstaltungen. Werbung, und andere Kontaktwünsche, ist immer von Vorteil. Ein weiterer Vorteil: Nachfragen nach seiner Person kann der gewiefte Geschäftemacher, der auch schon mit Gebrauchtwagen auf Ebay hantierte, und zahlreiche Negativbewertungen kassierte, dadurch postwendend blocken.
Während viele seit Jahren den Umgang mit rechtskräftig verurteilten Straftätern kritisieren, nehmen die Umtriebe der Täter in unserer Gesellschaft freien Lauf, denn was hat ein solcher Täter beispielsweise als Nachwuchstrainer auf dem Sportplatz zu suchen, wo körperliche Berührungen selten ausbleiben? Die Justiz greift unter dem Vorwand des Opferschutzes geradezu auch nach dem Täterschutz.

xlarge.at/Agenturen

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