Adblocker statt Google

February 12, 2018 by hotminnie

BERICHT

Die Werbeflut, die jedem aus dem Internet entgegen strömt, wird immer unerträglicher. Immer mehr Menschen installieren daher Adblocker, um die Flut einzudämmen.
Nach einem Bericht von PageFair waren Ende 2016 weltweit schon rund 615 Millionen Adblocker installiert, mit steigender Tendenz. Das bedeutet eine Zunahme von 30 Prozent seit dem Jahr davor.
Untersuchungen ergaben, dass rund 90 Prozent der Internet-User schon mit Seiten konfrontiert wurden, die bei Adblocker-Benutzung gesperrt sind. Rund 80 Prozent dieser User verließen dann einfach die gesperrten Seiten. Unter diesem Rückgang leiden vor allem politisch orientierte Medien, beispielsweise die deutsche BILD, deren Leserzahl durch diese Sperre gefährlich geschrumpft ist.
Google versucht, durch eine neue Strategie die Werbesperre zu umgehen. Im Google-Browser Chrome soll ein moderater Adblocker installiert werden, der einen Teil der lästigen Werbung ausblendet. Allerdings mit der Folge, dass Google dann darüber bestimmt, welche Werbung durchgelassen wird.
Da Datenräuber wie Google, Facebook und Amazon ihren Hauptumsatz mit Datenverknüfung und darauf aufbauender spezieller Werbung einspielen, ist diese Strategie kaum glaubwürdig. Schon die Nutzung des Chrome-Browsers ist wegen der intensiven Datensammlung nicht anzuraten. Denn Experten sagen, “Chrome ist ein ganz zentraler Teil in der Strategie von Google, die Werbemärkte zu beherrschen.”
Goggle versucht, diese Befürchtungen durch die Behauptung abzubiegen, man würde ja nicht allein darüber bestimmen, welche Werbung dann geblockt werde, sondern würde man sich an Standards wie etwa von der “Coalition for Better Ads” halten.
Dort geht es aber keineswegs um das Blockieren von Werbung. Die Coalition definiert sich als:
Leading international trade associations and companies involved in online media formed the Coalition for Better Ads to improve consumers’ experience with online advertising. The Coalition for Better Ads will leverage consumer insights and cross-industry expertise to develop and implement new global standards for online advertising that address consumer expectations.”
Liest man dann auch noch die (schon von Google berüchtigte) Privacy Policy, merkt jeder gleich deutlich: auch die “Coalition for Better Ads” ist nichts anderes als ein Sammler und Vermarkter von Daten.
Chrome ist deshalb alles andere als eine brauchbare Alternative zu Adblockern.

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