Schweigen zu Erdogans Völkermord

January 23, 2018 by hotminnie

BERICHT

Der türkische Diktator Recep Tayyip Erdoğan hatte seinen Akt gut vorbereitet.
Ein Meeting der Organisation Islamischer Staaten (OIC), um diese für sich einzustimmen, ein besänftigendes Treffen mit dem russischen Herrscher Vladimir Putin, ein Waffendeal mit Deutschland, grobe Einschüchterungen gegenüber Europa – wo hunderttausende türkische Fanatiker für ihn arbeiten. Nicht zuletzt satte 9 Milliarden Euro, die ihm die EU geschenkt hatte, um besser aufrüsten zu können.
Deshalb konnte sich Erdoğan ungestört eine militärische Invasion in Syrien leisten.

Das militärische Ziel ist klar. Die Einnahme der Region Afrin – und ihre Annexion an die Türkei – sichert der Türkei die Kontrolle über ganz Nordwest-Syrien. Das bedeutet:
Erstens – die Verbindung in die Provinz Idlib, die von Teilgruppen der al-Qaeda kontrolliert wird (darunter die Jabhat Fateh al-Sham, früher al-Nusra, und die Freie Syrische Armee, FSA), welche von der Türkei hauptsächlich versorgt werden. Diese sunnitischen Terrorgruppen sollen, geht es nach Erdoğan, später weite Teile Syriens unter türkischer Herrschaft kontrollieren.
Zweitens – die Vorbereitung der Angriffsrouten zur Eroberung der wichtigen Großstadt Aleppo – deren Einnahme durch syrische Truppen Erdoğan nicht verhindern konnte, weil ihm kurdische Verbände entgegen getreten waren.
Drittens – über Idlib, die Herstellung einer Versorgungslinie in die Hochburg der syrischen Muslimbruderschaft, Homs. Erdoğan zeigte sich oft genug mit dem Vier Finger-Zeichen der terroristischen Muslimbruderschaft, um daran jeden Zweifel zu beseitigen.
Viertens – durch die Herstellung dieser Sperrlinie (Afrin – Homs) die Isolierung der syrischen Mittelmeer-Region, mit den wichtigen russischen Stützpunkten bei Latakia. Aber noch viel mehr die Isolierung der Stammgebiete der Alawiten, jener schiitischen Sekte, deren Auslöschung Erdoğan geschworen hatte.

Die Behauptung, man wolle ja nur die PKK beseitigen, war nichts als ein Vorwand. Tatsächlich bombardieren türkische Truppen mit absoluter Rücksichtslosigkeit alle Orte, die kurdisch sind (oder es sein könnten). Die Ausrottung der Kurden ist, obwohl nur Vorwand, ein nicht unwichtiges Ziel der Türkei.
In nicht überbietbarer Lächerlichkeit übernahmen europäische Medien die Märchen des Terroristen Rami Abdelrahman (wirklicher Name Osama Ali Suleiman), der großzügig unterstellte, türkische Truppen hätten 18 Zivilisten getötet. Dabei geflissentlich übersehend, dass die kurdischen Opfer des türkischen Angriffs schon in die mehreren hundert gehen.

Wie geht Europa damit um? Gar nicht. Die italienische Marxistin Federica Mogherini versprühte sofort Schaum. Man dürfe die Türken doch nicht zu laut kritisieren, um Gespräche mit ihnen nicht zu gefährden. Die UNO, die zwar palästinensische Terroristen unterstützt, aber doch um Himmels Willen keine Kurden, redete leise – und ergebnislos. Nur keine Verurteilung einer islamischen Diktatur. Die NATO, deren Mitglied die Türkei ist, hielt sich nobel heraus; was sind schon tote Kurden, wenn es um die (längst bedeutungslose) NATO-Hoheit über den Bosporus geht.
US-Kommandeure warten zähneknirschend auf ein Wort ihres Ober- kommandierenden. Deutschland verdient ausgezeichnet an der Invasion. Die eingesetzten deutschen Panzer brauchen Ersatzteile und Munition, die anderen deutschen Waffen, mit denen die türkische Armee ausgerüstet ist, bis hinunter zum Sturmgewehr, wollen auch regelmäßig nachgeliefert werden. Schließlich habe man die Türken auch schon 1914 und so weiter, einschließlich des Völkermordes an den Armeniern, großzügig unterstützt.

Die Welt hat verstanden. Ein völkerrechtlich bestehender Staat darf seine Hauptstadt nicht Hauptstadt nennen.
Aber Russland darf Teile mehrerer anderer Staaten besetzen und annektieren (Georgien, Moldawien, Ukraine). China darf sich, nach Tibet, auch große Teile des Pazifiks einverleiben. Und ein anscheinend größenwahnsinnig gewordener Diktator darf sich nicht nur weiter Teile eines Nachbarstaates bemächtigen, sondern dort auch, nach bester türkischer Tradition, nach Belieben morden und rassisch säubern.
Roter Teppich für Gewalt und Völkermord, Verdammung altersessener Rechte.

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