Verwirrspiel um Journalistin

December 18, 2017 by hotminnie

BERICHT

Die Journalistin Meşale Tolu war in der Türkei im Zuge einer Antiterror-Razzia verhaftet worden. Seit 2007 ist Tolu deutsche Staatsbürgerin, deshalb rotierten deutsche Medien sofort im Schnellzugstempo.
Tolu wurde nun aus der Haft entlassen, muss sich aber wöchentlich bei den türkischen Behörden melden.
Was wird ihr vorgeworfen? Wie auch andere, „deutsche“ Journalisten hatte Tolu die – in der Türkei, aber auch in der Europäischen Union als terroristische Organisation betrachtete – kommunistische PKK unterstützt und war an deren Propaganda beteiligt. Die Arbeit für eine kommunistische Organisation ist Grund genug für gleich gerichtete Medien, zähnefletschend loszujaulen.
Meşale Tolu lebt seit einigen Jahren hauptsächlich in der Türkei, was ihre Unter- stützer heftig bestreiten. Das würde nämlich bedeuten, dass Tolu auch über einen türkischen Pass verfügt und damit, aus türkischer Sicht, nicht als Ausländerin behandelt wird. Deshalb durfte Tolus Sohn auch bei seiner Mutter im Gefängnis bleiben, was einer Ausländern sicherlich abgelehnt worden wäre.
Glaubhaft ist das durchaus, weil ein großer Teil der in der EU lebenden, „eingebürgerten“ Türken sich nachträglich wieder einen türkischen Pass sichern, um ihre Bewegungsfreiheit zu erleichtern.
In Interviews bezog sich Tolu deshalb auch sofort auf Deniz Yücel, einen anderen Journalisten linksextremer Richtung, der von der Türkei wegen seiner Doppel- staatsbürgerschaft eben als türkischer Staatsbürger ohne Sonderrechte angesehen wird.
Tolu behauptete dazu, der wahre Grund ihrer Inhaftierung sei gewesen, dass sie Mitglied einer freien Presse wäre. Der Begriff freie Presse wird allerdings in der Türkei komplett konträr gesehen, das ist eben Realität.
Mit ihrer Unterstützung extremistischer Umtriebe leisten sich die EU und besonders Deutschland einen Bärendienst.

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