Muslimjugend rockt Justizzentrum

December 6, 2017 by hotminnie

BERICHT

Die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) liebt es, andere zu klagen. Wen immer, weswegen immer. Mimosenhaft wird auf die kleinste Andeutung reagiert, die MJÖ in irgend ein Eck zu stellen. Geld spielt keine Rolle, hinter der MJÖ steht die millionen- schwere Privatstiftung Anas Schakfeh in Wien-Liesing, die von der MJÖ verwaltet wird.

Als besonderen Gag ließ sich die MJÖ kürzlich einfallen, sich „Multiethnische Jugend“ zu nennen, um nicht mit dem Islam in Verbindung gebracht zu werden. Deshalb schreiben sie auch auf ihrer Internet-Seite „Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers“, statt richtiger „Im Namen Allahs…“
Die aktuelle Klage ging – wie könnte es anders sein, bei einer im linken Milieu verankerten Organisation – gegen Heinz-Christian Strache und die FPÖ. Strache habe bei einer Veranstaltung sinngemäß gesagt, es gebe Hinweise, dass die MJÖ eine Speerspitze der islamistischen Ideologie sei. Damit geht es um das übliche Schema: Die MJÖ will plötzlich nichts mehr mit der Muslimbruderschaft zu tun haben. Um das zurechtzubiegen, modelte die MJÖ in den letzten Monaten ihre Webauftritte und sogar ihre Wikipedia-Einträge um. Das störte allerdings erst in den letzten Jahren, seit die Muslimbruderschaft in vielen Ländern als terroristische Organisation verboten ist.
Anwältin Maria Windhager für die MJÖ und Anwalt Michael Rami für die Beklagten gingen ganz freundschaftlich miteinander um, man kennt sich eben schon lange, das ist normal. Die Richterin Katharina Gröger war zwar in der Materie ahnungslos, man konnte es ihr nicht verdenken, führte die Sache aber sehr sachlich. Ein kleines Manko der Richterin blieb allerdings hängen. Sie ist Vorstandsmitglied im weit linken Verein Liga der Menschenrechte. Hätte sie den Auftrag ihres Vereins beachtet, dann hätte sie die Klage eigentlich als unzulässigen Angriff auf die Meinungsfreiheit zurückweisen müssen. Tat sie es nur nicht, weil es gegen Strache ging? Das bleibt als dunkles Fragezeichen hängen.
Es sei nicht richtig, dass die MJÖ 1996 als Mitglied der FEMYSO, der europäischen Jugendorganisation der Muslimbruderschaft, gegründet worden und bis zuletzt deren Mitglied gewesen sei. Man sei doch immer eine ganz heimische, ganz verfassungstreue Jugendtruppe gewesen, so lief die Argumentation der Klägerin. Das ging nicht ganz glatt, denn Rami hatte offenbar etliches Archiv-Material zur Verfügung. Selbstverständlich war die MJÖ bei den Gründungsmitgliedern dabei, war von Beginn an eine Gruppe der Muslimbruderschaft, vertrat deren Ideologie. Das sah man nicht zuletzt an den Kopftüchern der Vorstandsmitglieder.
Auf die Anregung eines Vergleichs kam das Angebot der MJÖ. Es wäre ganz einfach: Strache solle nur die MJÖ in Ruhe lassen und aufhören, über sie zu reden. Sprechverbot für Kritiker mag islamkonform sein, demokratisch ist es nicht.
Als erster Zeuge wurde dann ein bekannter Islamexperte vernommen; ein zweiter durfte zuhören.

Gleich bei der Zeugenvernehmung fiel ein Mädchen mit dickem Kopftuch auf, das die ganze Zeit fleißig in sein Smartphone tippte. Sie habe ja nur mit ihrer Chefin wegen eines Termins geschrieben, sagte sie auf Frage der Richterin. Es stellte sich heraus, das Mädchen war Maham Akhtar, Geschäftsführerin der MJÖ. Sie hatte den Verhandlungsverlauf an Canan Yaşar getippt, Vorsitzende der MJÖ, und so nebenbei auch an Dudu Kücülgöl, die draußen auf ihre Vernehmung wartete. Praktisch, aber eben nicht ganz unauffällig.
Die Richterin tat sich schwer, die Namen zu verstehen, die der erste Zeuge nannte, wusste deshalb mit den Namen auch nichts anzufangen. Das kam der Werbechefin der MJÖ zugute, die draußen auf ihren Auftritt wartete und das fein getippt mitbekam.
Dudu Kücülgöl, seit Jahren die beste Taqiyya-Expertin der MJÖ, legte dann auch sofort mit völliger Unwissenheit los. Sie kenne keinen Ibrahim El-Zayat – den früheren Leiter der Muslimbruderschaft in Deutschland und Gründer der FEMYSO. Sie kenne auch keinen Jamal Morad – Chef der Muslimbruderschaft in Österreich und noch immer im Vorstand der islamischen Glaubensgemeinschaft. Kücülgöl glaube aber, sagte sie, Morad wäre schon zu alt, um Mitglied der MJÖ zu sein. Streng gesehen eine Unverschämtheit, die aber die Richterin nicht verstand.
Bei der Zehnjahres-Feier der MJÖ im Austria Center sei von einem Shaker Assem islamistische Literatur verkauft worden, wurde Kücülgöl vorgehalten. Davon wisse sie nichts, jeder hätte sich dort einen Stand mieten können. Ebenfalls gelogen, nicht jeder. Assem ist Sprecher der terroristischen Hizb ut-Tahrir, ein enger Vertrauter der MJÖ und trat noch 2011 im ORF auf. Die Erzdiözese Wien hatte über Assem gesagt, er sei ein guter Dialogpartner, der das Gespräch und die Auseinandersetzung suche; noch dazu sei die Hizb ut-Tahrir in Österreich nicht verboten.
Kücülgöl konnte sich nicht einmal mehr daran erinnern, dass der bekannteste Propagandist der Muslimbruderschaft, Tariq Ramadan, bei derselben Veranstaltung gesprochen hatte. Die Anwesenden konnten ein Lächeln nicht unterdrücken, als Dudu Kücülgöl allen Ernstes behauptete, in der MJÖ seien vorwiegend Frauen und es hieße ja Muslimbrüder, also könnten dort keine Frauen dabei sein.
Mit Geschichten ist Kücülgöl Top, dafür hapert es mit Geschichte. Die MJÖ würde nur Gebete aus Koran und Sunna vortragen, die seien schon 1500 Jahre alt. Der arme Prophet hätte dann die Hidschra gar nicht erlebt. Kücülgöl hatte auch noch ein besonderes Dessert im Angebot. Sie ging auf den US-Wissenschaftler Lorenzo Vidino los, der angeblich als erster die Muslimbruderschaft in Österreich kritisiert hätte. Auch da waren der Aktivistin einige Jahrzehnte berechtigter Kritik von vielen anderen entgangen.
Dann kam die Sprache noch auf eine sehr undurchsichtige Sache, nämlich die Privatstiftung Anas Schakfeh, gegründet vom Muslimbruder und früheren Leiter der Islamischen Glaubensgemeinschaft Anas Schakfeh. Kücülgöl bestritt jeden Zusammenhang der MJÖ mit der Stiftung und behauptete, die MJÖ sei dort nur eingemietet. Das war eine offene Falschaussage. Die MJO verwaltet die Privat- stiftung, die Geschäftsführerinnen der Stiftung sind frühere Vorstandsmitglieder der MJÖ.
Eingemietet ist dort die IRPA, die Lehrakademie der Muslimbruderschaft. Kücülgöl betonte lediglich, dass die IRPA nun zur KPH gehöre, zur Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien Krems – weil die Erzdiözese Wien so freundlich ist, radikale Islamlehrer auszubilden.
Die noch undurchsichtigere Sache – nämlich ob und wie viele Mitglieder die MJÖ hat – wurde vorsichtshalber ausgeklammert. Im Jahre 2011 waren es ganze 54; die 30-50.000, mit denen Kücülgöl in Medien geprahlt hatte, sind reine Erfindung. Die Ausklammerung war logisch. Sonst hätte auch die von der MJÖ betriebene Radikalisierung der Jugend auf den Tisch gelegt werden müssen. Zum Beispiel in den Kinder-Camps der MJÖ, wo auich kleine Mädchen schon vermummt gehen müssen, wo radikale Schriften diskutiert werden.

Im gesamten war die treuherzig vorgetragene Aussage der Zeugin Dudu Kücülgöl völlig ungenießbar und eine regelrechte Frechheit. Ein Richter, der sich auch nur halbwegs in der Materie ausgekannt hätte, wäre mit Blitz und Donner über die Zeugin hinweggefahren. Danach kam noch Nermina Mumic, zusammen mit Yaşar Vorsitzende der MJÖ.
Wirklich erschütternd war, dass die MJÖ so beharrlich jeden Zusammenhang mit der Muslimbruderschaft bestreitet. Obwohl der bekannte Muslimbruder Farid Hafez ihrem Vorstand angehörte. Obwohl sich die MJÖ 2014 bei den Demonstrationen gegen das Islamgesetz hervorgetan hatte und diverse ihrer Mitglieder mit den vier Fingern, dem Zeichen der Muslimbruderschaft, aufgefallen waren. Obwohl die MJÖ vehement für ihre Kopftücher demonstriert, die keineswegs eine islamische Kleidung sind, sondern ein Symbol für den politischen Islam, den sich die Muslimbruderschaft auf ihre Fahnen geheftet hat.
Im Jänner soll die nächste Verhandlung stattfinden, der Termin ist noch nicht bekannt. Wir werden weiter berichten.

xlarge.at/Agenturen

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