Behördlicher Schutz von Kindern

September 4, 2017 by hotminnie

BERICHT

Ein britisches Gericht verurteilte Kathryn Smith, nach einem jahrelangen Verfahren, nun zu 19 Jahren. Sie hatte im Jahre 2014 ihr Kind ermordet. Wie auch in anderen Ländern gingen die behördlichen Mittäter straffrei aus.

Der Vater der kleinen Ayeeshia-Jayne Smith, Ricky Booth, hatte die zuständige Behörde des Derbyshire County Council wiederholt darauf hingewiesen, dass das Kind von ihrer drogensüchtigen Mutter schwer misshandelt werde. Das wurde nicht ernst genommen, gleich wie bei vielen derartigen Meldungen. Es sei nur das übliche Schlechtreden des anderen Elternteils.
Die Behörde hatte zwar das Kind für fünf Monate in Gewahrsam genommen — der Ausdruck behördlicher Gewahrsam ist sehr vielseitig deutbar — es aber dann der Mutter wieder übergeben. Die Behörde meinte, die elterlichen Fähigkeiten der Mutter seien mehr als angemessen.
Kathryn Smith war mit ihrem Freund Matthew Rigby im Februar 2014 nach Stretton, Burton-on-Trent, umgezogen, nachdem sie wegen großer Schäden an ihrer Wohnung und ständiger heftiger Auseinandersetzungen mit Rigby, mit Polizeieinsätzen, gekündigt worden war. Das störte die Behörde nicht, nur die Mutter wurde als Opfer häuslicher Gewalt gesehen.
Smith nahm regelmäßig Cannabis und ließ ihre suchtbedingte Wut an ihrer Tochter aus. Das Rauschgift verwahrte sie im Trinkbecher des Kindes.
Am 30. April 2014 hatte sich die zuständige Behörde zu einer „multi-agency risk assessment conference“ zusammengesetzt, um einen Bericht zu besprechen. Dem war ein sieben Monate währendes Martyrium des Kindes vorangegangen, das die Behörde nicht beachtet hatte.
Zu spät. Nur einen Tag später wurde Ayeeshia-Jayne von ihrer Mutter zu Tode getrampelt. Die Todesursache war ein Herzriss, verursacht durch massive Gewalteinwirkung.
Das Kind glich, so die post mortem-Untersuchung, einem Opfer eines schweren Verkehrsunfalls. Ayeeshia-Jayne wies zahlreiche Blutergüsse, offene Wunden und ausgerissene Haarbüschel auf. Bei einer zuvor im Behördenauftrag durchgeführten Untersuchung waren viele Verletzungen übersehen worden, darunter ein durch Schläge verursachter Gehirnschaden und Rippenbrüche. Das ergab erst die Obduktion der Toten.

Die Behördenleiterin im Derbyshire County Council, Jane Parfrement, sagte dazu nur, man akzeptiere das Ergebnis des Verfahrens. Sie meinte:
For those issues where practice could have been stronger, we apologise to the family, and have already apologised to the family. I think in particular, having met with Ayeeshia-Jayne’s dad yesterday, I think we could have engaged him a lot better, worked with him differently. I think the tone of our work with him was set quite early on, when there were difficulties in the relationships with social workers.“
Der zuständige Sozialarbeiter, Stephen Crean, 62, ging in vorzeitigen Ruhestand.
Ergebnis: Ein weiteres totes Kind. Und eine weitere straffrei ausgehende Behörde.

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