Islam reformierbar?

May 12, 2017 by hotminnie

KOMMENTAR

Schon wieder befassen sich Islam-Wissenschaftler mit der Frage, ob der Islam reformierbar ist. Schon wieder werden dabei wichtige Aspekte ausgegrenzt.
Der aus dem Libanon stammende Mouhanad Khorchide und der aus Ägypten stammende Hamed Abdel-Samad — beide von den Strömungen des politischen Islam heftigst angegriffen und bedroht — brachten das Buch »Ist der Islam noch zu retten?« heraus. Dieser Beitrag ist keine Rezension des Buches, das würde den Rahmen eines Artikels sprengen.
Die Schwierigkeiten der Befassung mit dem Islam sind immer wieder die gleichen. Der Islam will eine Religion sein. Will der Islam eine Religion sein?
Geschaffen wurde er in Form politischer Anleitungen, vermischt mit Lehren anderer Religionen. Das ganze, Koran genannt, wurde 2-300 Jahre nach dem als Propheten verehrten Mohammed zusammengestellt, eine Originalfassung ist nicht bekannt, nicht einmal die Originalsprache.
Durch die Reihung der Suren nach ihrer Größe wurde jeder Zusammenhang wirksam zerstört. Dadurch bedarf es intensiver Befassung mit den Inhalten, um die teilweise sehr großen Widersprüche herauszufinden.
Das ist leider nicht alles. Erst in späterer Zeit wurden über zehntausend angebliche Aussprüche des Propheten kanonisiert, die sogenannten Hadithen. Diese sind es, und nicht der Koran, auf denen die heutige Form des Islam hauptsächlich beruht. Aus denen auch solcher unislamischer Unsinn, wie die Vermummung der Frauen, hervorgeht.
Dadurch fallen auch die krassen Gegensätze zwischen dem Gott der Juden und Christen und der islamischen Gottheit Allah, wie sie sich etwa beim direkten Vergleich Bibel und Koran ergeben, nicht mehr so deutlich auf. Das hatte zur Folge, dass Allah mit dem Gott der Juden und Christen gleichgesetzt wurde und ehemals christlich orientierte Kirchen Allah als “ihren” Gott anerkennen.
Wäre der Islam eine Religion, dann müssten die verkirchlichten Strukturen abgeschafft werden, von denen die heutigen Formen des Islam vor allem in Europa beherrscht werden.
Nicht unrichtig ist daher der Vorwurf, als organisatorische Strukturen des Islam, und damit alleinige Ansprechpartner, würden ausschließlich jene Organisationen angesehen, die zwar eine islamische Religion vortäuschen, tatsächlich aber den Islam als politische Ideologie verstehen — die mit der Gesellschaftsordnung europäischer Prägung absolut unvereinbar ist.
Khorchide, Abdel-Samad und andere wollen immer wieder den Islam reformieren. Das ist nett und lieb. Aber mehr als nur unrealistisch. Eine Religion kann nur in ihrer Grundkonzeption bestehen, oder sich auflösen.
Es gibt ein europäisiertes Christentum — vertreten vor allem durch katholische und protestantische Kirchen — das mit der ursprünglichen christlichen Lehre wenig bis nichts mehr zu tun hat. Der in Europa praktizierte Islam, vorwiegend eine politisierte Lehre aus der islamischen Eroberungszeit, steht ebenfalls kaum mehr in Zusammenhang mit einer Religion.
Was sollte reformiert werden? Zurück zur Religion? Zu welcher? Jener des Koran? Oder jener späterer “Auslegungen”? Als logische Folge ein Verbot von Muslim- bruderschaft, Milli Görüs, DITIB/ATIB, Ahmadiyya? Auflösung von radikal-islamischen Zentralräten aller Art? Abschaffung von beamteten und bezahlten Priester-Imamen? Wer könnte, würde, wollte das durchsetzen?
Österreich bot vor zwei Jahren das beste Beispiel politischer Hirnlosigkeit und Feigheit. Indem den Moslems insgesamt die Anerkennung als Religionsgesellschaft entzogen und statt dessen eine radikale, kirchenartige Struktur anerkannt wurde, die engste Verbindung zum internationalen islamischen Terror unterhält, und einen vom Koran weit abweichenden Islam “eigener Auslegung” verfolgt.
Unter solchen Voraussetzungen können sich Khorchide, Abdel-Samad und andere noch so sehr anstrengen: Der Islam ist nicht reformierbar. Am wenigsten in Europa, mit den wahrscheinlich unfähigsten Politikern der Welt.

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