Die hinterteilige Aufregung

April 28, 2017 by hotminnie

BERICHT

Werbung für und mit Frauen erregt schon lange. Die einen fühlen sich angesprochen, die anderen abgestoßen. Das ist Meinungsvielfalt, darauf ist Werbung gegründet.
Der Palmers-Konzern vertreibt hauptsächlich Unterwäsche. Das darf man, denn Unterwäsche trägt fast jeder, in zivilisierten Gegenden. Dafür zu werben, ist selbstverständlich. Für Unterwäsche zu werben — dafür muß auch der Körper zur Schau gestellt werden. Bei Männern scheint das wenig zu stören, Frauen begeilen sich gern an straffen (und prallen) Unterhosen.
Bei abgebildeten Frauen melden sich (wie) auf Knopfdruck sofort die üblichen Feminazis zu Wort, keifen und kreischen gegen jede Werbung, die Frauen darstellt. Ganz besonders Frauen, die besser aussehen als die durchschnittlichen Feminazis.

Jeder kennt noch das großartige und ansprechende Strumpfbild aus der Palmers-Werbung. Normalen Menschen hatte das gefallen. Die Models waren sauber anzusehen. Die Werbung war sogar politisch korrekt — mit einer Dunkelhäutigen und einem leisen Hauch von lesbisch.

Palmers versuchte wieder eine ähnliche Werbung, diesmal auf Höschen gerichtet. Auch diesmal saubere Models, bei denen der Blick nicht auf sexuelle Begierden gerichtet war, sondern einfach auf die Höschen.
Unausbleiblich war der laute Aufschrei der Feminazis — das sei entwürdigend, sexistisch, schon fast Kinderpornographie!

Politisch überkorrekte Kreise publizierten sofort ihre Gegenwerbung: Unansehnliche, teils gut gepolsterte Frauenkörper, mit mehr oder weniger sauber wirkender Unterwäsche ausgestattet. So wollen wir Unterwäsche sehen! wurde gerufen. Unterwäsche vielleicht, appetitlich nein.
Der Streit wurde in aller Öffentlichkeit geführt, die heutigen Meinungswächter vertragen nichts weniger als null Abweichung von ihrer eigenen Meinung.
Zu guter letzt schaltete sich noch ein selbst ernannter Werberat ein. Eine Gesellschaft, genauer ein Verein (ZVR 693792629), die sich anmaßt, andere zu maßregeln, wenn deren Meinung abweicht. Diese Art von Meinungsterror ist schlicht und einfach nichts anderes, als Wiederbetätigung. Die Verurteilung der Palmers-Werbung zeigt am allerbesten, wer dem Werberat die Meinung vorgibt (und sicher auch dafür zahlt).
Der Werberat fiel in die braune Schmutzbrühe — und es blieb nicht aus, dass Schmutzspuren hängen blieben. Denn der Werberat begründete seine Verurteilung der Palmers-Werbung damit:

Die allgemeinen Werbegrundsätze würden besagen, dass Werbung vom Grundsatz sozialer Verantwortung geprägt sein soll, vor allem gegenüber Kindern und Jugendlichen vor dem vollendeten 18. Lebensjahr. Weiters dürfe Werbung nicht die Würde eines Menschen verletzen, “insbesondere durch eine entwürdigende Darstellung von Sexualität oder anderweitig diskriminierende Darstellungen“.

Eine klassische Bauchlandung. Dem Werberat war nämlich bisher offenbar nicht aufgefallen, dass besonders die parteifinanzierten Boulevard-Blätter täglich für Prostitution werben, mit Darstellungen halb- oder völlig nackter Prostituierter. Außerdem mit sogenannten Instagram-Bildern, auf denen durchwegs fast nackte Frauen in aufreizend sein sollenden Posen abgebildet sind — die meisten dieser Models eher unansehnlich bis schlichtweg hässlich.
Eher belustigend dagegen ist die Meinung des Werberates, die Palmers-Werbung sei geschlechterdiskriminierend und sexistisch. Warum das nur bei der Darstellung von Frauen sein sollen, bleibt verborgen. Ebenso verborgen bleibt, wie man für Damen-Unterwäsche ohne Frauen werben soll.
Es wäre an der Zeit, diesem Meinungsterror einen Riegel vorzuschieben. Menschen wollen selbst entscheiden und nicht nur das meinen dürfen, was ihnen politische Fanatiker aufzwingen wollen.

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