Trumps falsche Reaktion

April 8, 2017 by hotminnie

BERICHT

Die syrische Kleinstadt Khan Shaykhun, gelegen zwischen Idlib im Norden und Hama im Süden, hatte früher etwa 48.000 Einwohner. Seit einigen Jahren wird die Stadt von den Terroristen der Tahrir al-Sham kontrolliert, genannt auch al-Qaeda in der Levante. Hauptteil dieser Terrorgruppe ist die Jabhat Fateh al-Sham, früher Jabhat al-Nusra, die Kampforganisation der Muslimbruderschaft in Syrien. Zahlreiche Bewohner der Stadt waren von den Terroristen liquidiert worden, die Welt hatte das stillschweigend übergangen.
Am 4. April wurden Stellungen der Tahrir al-Sham in Khan Shaykhun bombardiert. Dabei soll angeblich auch das Kampfgas Sarin eingesetzt worden sein. Für einen Gasangriff gibt es bisher nicht den geringsten Beweis. Die angeblichen Opferbilder lassen keinen Rückschluss zu, wann und wo sie aufgenommen worden wären. Fake News? Neutrale Beobachter gibt es nicht in Gebieten, die von Terroristen kontrolliert werden.
Die einzigen Quellen des angeblichen Gasangriffes sind — wie üblich — der Terrorist Osama Ali Suleiman, mit seiner Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) in Coventry, und islamische Terrorgruppen in Syrien selbst.
Niemand fiel bisher auf, dass die SOHR zwar jeweils Minuten nach jedem angeblichen Angriff die genaue Opferzahl wissen will, einschließlich wie viele davon Frauen oder Kinder, es aber nirgends Bilder von den Angriffen selbst gibt. Auch die Zahl der Opfer in Khan Shaykhun, und ihre mögliche Todesart, konnte von niemandem nachgeprüft werden.
Die russische Vermutung, es sei vielleicht ein Giftgaslager der Terroristen getroffen worden, ist zumindest nicht abwegig. Man weiß, dass Terrorgruppen große Mengen an chemischen und biologischen Kampfstoffen im Irak erbeutet hatten — wo die Existenz dieser Massenvernichtungsmittel bekanntlich heftigst bestritten worden war. Nachrichtendienstlichen Meldungen zufolge hätte auch die Türkei, im Rahmen ihrer umfangreichen Waffenlieferungen an Terroristen in Syrien, Tränen- und Kampfgas geliefert.
UNO und EU geiferten sofort gegen Syrien, nur das Assad-Regime könne an allem schuld sein. Wenn es um islamische Belange geht, wird vorsichtshalber die Hirntätigkeit abgeschaltet, so war der Eindruck.
US-Präsident Donald Trump bewies leider, wenig Gefühl für Sicherheitspolitik zu haben. Er befahl einen militärischen Einsatz gegen Syrien, ohne Beweis, dass es überhaupt einen Giftgasangriff gegeben hätte.
Von den Schiffen USS Ross und USS Porter wurden aus dem Mittelmeer 59 Marschflugkörper auf den syrischen Luftwaffen-Stützpunkt al-Sharyat abgefeuert, die Teile der Anlagen zerstörten. Die russische Reaktion war eigenartig. Einerseits wurde der (angemeldete) Überflug der Marschflugkörper zugelassen. Andererseits schickte die russische Marine als Drohgebärde die mit Lenkwaffen ausgerüstete Fregatte Admiral Grigorovich in das Gebiet vor der syrischen Küste.
Durch den amerikanischen Angriff profitierten unmittelbar die islamischen Terrorgruppen in Syrien. Ob das wirklich sinnvoll war, bezweifeln viele. Eine Machtübernahme durch sunnitische Gruppen würde bedeuten, dass alle Andersgläubigen, darunter auch Christen, Alawiten, Schiiten und Jesidi, vollständig ausgerottet werden würden. Diese Konsequenz wäre ein Genozid, den keiner ernstlich wollen sollte.

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