Das Eurofighter–Debakel

April 4, 2017 by hotminnie

GASTBEITRAG

Österreich und seine Luftwaffe — eine gestörte Beziehung.

Das ab 1955 neu aufgestellte österreichische Bundesheer stand von vornherein unter einem dunklen Stern. Bis heute gilt die sozialistische Doktrin: Das Bundes- heer habe (aus Sicht der Genossen) 1934 auf Arbeiter geschossen, also lehnen wir das Bundesheer ab. Das führte zu einer systematischen Aushungerung und Unterbewaffnung der Streitkräfte.
Die Sowjetunion, als Signatarstaat des Staatsvertrages, hatte sich ungehalten gezeigt, weil Österreich nichts gegen die Überflüge der US–Luftwaffe von Deutschland aus in den Kongo unternahm, anlässlich der Kongo–Krise. Stellt das ab, oder wir übernehmen! klang es unmissverständlich aus Moskau.
Österreich kaufte deshalb 1961 gebrauchte Alt–Flugzeuge Saab J–29 aus Schweden. Denen folgten Saab J–105, die aber für die Luftraumsicherung ungeeignet waren. Also wurden 1985 ausgediente Saab J–35 Draken aus Schweden beschafft, zu dieser Zeit längst veraltete Maschinen.
Warum nur aus Schweden? Für diese Verträge wurden hohe Provisionen an die österreichische Sozialistische Partei (SPÖ) gezahlt, ein schlagendes Argument.
Unter der Regierung des sozialistischen Bundeskanzlers Vranitzky wurde schließlich beschlossen, an Stelle der kaum mehr einsatzfähigen Draken moderne Flugzeuge anzuschaffen.
Das zog sich dahin, weil die Anforderungen ständig geändert wurden. Schließlich blieben nur in der Auswahl: Die (billigere) F–18 aus den USA, die russische Mig 29 und der Eurofighter aus Europa. Grundvoraussetzung waren zwei Triebwerke. Dadurch schieden schwedische Geräte aus, was den hellen Unmut der Sozialisten hervorrief, die um neue Provisionen umfielen.
Österreichische Politik ist es, US–Geräte abzulehnen, obwohl sich die Nachbar- länder für die F–18 entschieden hatten; ein russisches Modell hätte zu viele Probleme verursacht, besonders in der Ersatzteil–Beschaffung. Daher blieb letztendlich nur der Eurofighter übrig, der aber dem aktuellen technischen Stand entsprochen hätte.
24 Flugzeuge wurden als Minimum bestellt, die Sozialisten liefen Sturm dagegen. Österreich brauche kein Bundesheer, am allerwenigsten Flugzeuge. Aus politischen Gründen wurde die Bestellung auf 18 reduziert, so dass unter dem Strich nur eine einzige Staffel übrig blieb, nur für Luftraumüberwachung.
Dann kamen Neuwahlen; die SPÖ trat an mit dem Versprechen, diese Flugzeuge zu verhindern.
Jetzt kam der Eklat. Verteidigungsminister wurde der fanatische Bundesheer–Hasser Norbert Darabos. In eigenmächtigen Verhandlungen — zu denen er nicht berechtigt war — bestellte Darabos diese Flugzeuge ab. Die Bestellung wurde auf ältere Basismodelle und auf zum Teil gebrauchte Maschinen abgeändert, wichtige Ausrüstungsteile wurden aus der Bestellung genommen; eine Nachrüstung der älteren Modelle war nur mehr eingeschränkt möglich.
Unbedingt notwendige Zusatzausrüstung musste in der Folge teuer nachbeschafft werden. Teilweise wurden Eurofighter stillgelegt und als Ersatzteilspender verwendet. Außerdem mussten die ebenfalls längst veralteten Saab J–105 teuer nachgerüstet werden, um sie noch ein paar Jahre länger am Leben zu halten. Die auf die Bestellung von Neu–Flugzeugen ausgerichteten Gegengeschäfte wurden zum Großteil abgewürgt.
Durch die nötigen Nachbeschaffungen, Nachrüstung und allem, was sonst noch betroffen war, entstand dem Staat ein Schaden von rund 1,6 Milliarden (1600 Millionen) Euro.
Bis heute ist diese Affäre nicht aufgearbeitet, nicht zuletzt auch deshalb, weil das Ministerium lange Zeit die Unterlagen der Sondervereinbarungen zurückhielt. Darabos wurde trotz der Schadenshöhe nie angeklagt — das ist unter Genossen nicht üblich.
Parlamentarier plagen sich jetzt, durch einen Ausschuss diese Affäre ein wenig zu beleuchten. Die eigentlich zuständige Staatsanwaltschaft bleibt aber weiter heraußen; nur ja keine Strafverfahren gegen Genossen.
Die Sache wird aber auch deshalb pikant, weil für die alten Eurofighter–Modelle schön langsam ein Ersatz ansteht. Wo die einsatzerprobten US–Modelle wieder erste Wahl wären…

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