Gefetze um Fetzen

February 17, 2017 by hotminnie

BERICHT

Die Bedeutung des Wortes Fetzen ist vielfältig. Jedenfalls ist damit aber auch ein Tuch gemeint. Neuerdings eine bestimmte Art von Tuch, das sogenannte islamische Kopftuch nämlich.
Um dieses gibt es heftige Auseinandersetzungen. Echte Moslems glauben an den Koran. Dort steht nicht von Kopftüchern, oder dass Frauen den Kopf zu verhüllen hätten. Die Forderung nach einem Kopftuch für alle Frauen wird nur von jenen radikalen Strömungen vertreten, die den Koran als bearbeitbare Wachsfigur sehen und durch eine Unmenge von Auslegungen und großteils erfundenen Über- lieferungen ersetzen.
Den Unterschied zwischen einem Kopftuch und seiner angeblich islamischen Version erkennt man sofort. Ein traditionelles Kopftuch ist ein Tuch über dem Kopf, wie es vor allem von älteren Frauen oft getragen wird. Die islamische Version ist eine eng verschnürte Kopfverhüllung, mit Unter- und Obertuch, in verschiedenen Versionen, an denen die Anhängerschaft erkennbar ist.
In Österreich weitete sich der Glaubenskrieg aus, als sich die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) einschaltete. Diese ist, wie außer Politikern fast schon alle wissen, ein Dachverband radikaler Vereine, Moslems sind dort unerwünscht.
Geleitet wird die IGGÖ seit einem Jahr von Ibrahim Olgun, einem Beamten der türkischen Religionsbehörde Diyanet. Das hat zur Folge, dass die IGGÖ die Richtlinien und Meinungen des Diyanet zu befolgen hat; genauer, die Meinung der Regierungspartei AKP. Olgun habe in der Türkei islamische Theologie studiert, sagt er. Ein trefflicher Fall von Integration, wenn ein gebürtiger Österreicher in der Türkei studiert. Welche Art von Islam, sagte Olgun bisher nicht, denn seine Ansichten liegen oft weit weg vom Islam als Religion.
Genervt vom Kopftuch-Streit, verkündete Olgun über die Medien (wir berichteten), das Kopftuch sei Teil der Religionsausübung und für die Frau im Islam eine Verpflichtung. Das rief viele negative Reaktionen hervor, sogar Carla Baghajati, die Sprecherin der Muslimbruderschaft, erlaubte sich eine kritische Haltung.
Die Nerven des Ibrahim Olgun fanden angesichts der Kritik keine Ruhe. Deshalb beauftragte Olgun den sogenannten Beratungsrat seiner Mini-Organisation mit einem religiösen Gutachten. Was die Mitglieder des Beratungsrates dazu befähigt, ist außerhalb der IGGÖ nicht bekannt. Diese Mitglieder werden von den Mitglieds- vereinen „intern“ gewählt, es steht aber auch nicht in den Statuten der IGGÖ, ob und durch wen ihre Qualifikation geprüft wird.
Die Meinung des Muftis der IGGÖ, des Vorsitzenden des Beratungsrates, wurde von der IGGÖ publiziert. Dort steht: Für weibliche Muslime ab der Pubertät ist in der Öffentlichkeit die Bedeckung des Körpers, mit Ausnahme von Gesicht, Händen und nach manchen Rechtsgelehrten Füßen, ein religiöses Gebot und damit Teil der Glaubenspraxis.
Als Grundlagen für diese, doch nicht wirklich islamische Auslegung werden der Koran — in dem nichts davon steht — die Sunna und ein angeblicher Gelehrtenkonsens zitiert. Für den Koran werden „ungefähre“ Übersetzungen zitiert. Was nichts anderes bedeutet als dass irgendwelche, nicht näher bezeichnete Versionen des Koran auf ein passendes Arabisch übersetzt wurden. Ein Eingeständnis also, dass der Original-Koran nicht in Arabisch abgefasst worden war?
Die betreffenden Ausdrücke im Koran werden sehr frei als Kopftuch ausgelegt. Nachdem die frühesten Versionen des Koran erst Jahrhunderte nach dem Propheten niedergeschrieben worden waren, kann niemand mehr sagen, was dort wirklich stand. Das umgeht der Beratungsrat mit einer Erklärung, die aus 1001 Nacht stammen könnte: Bereits die Generation der Prophetengefährten und die Gelehrtengenerationen danach, sowohl Männer als auch Frauen, waren sich über die Kopfbedeckung der Frau als islamisches Gebot einig. Mangels echter Quellen also eine freie Erfindung.
Der Beratungsrat schließt — und verwirrt damit völlig — es handele sich beim Kopftuch und generell bei der Kleidung der muslimischen Frau nicht um ein politisches oder religiöses Symbol. Was also dann?

Das Verständnis wird einfacher, wenn man sich die Person des Muftis ansieht. Mustafa Mullaoglu war führendes Mitglied der IGMG, der Organisation der Milli Görüs in Deutschland. Die Milli Görüs (in Österreich als islamische Föderation) ist eine extremistische, fanatisch antisemitische türkische Partei. Religiös? Vielleicht, wenn man Extremismus als Religion versteht.
Die Milli Görüs arbeitet Hand in Hand mit islamischen Terroristen, die Moscheen der IGMG werden von Ibrahim El-Zayat verwaltet, einem bekannten Muslimbruder, und Mustafa Mullaoglu unterstützt die terroristische Hamas.
Ein Milli Görüs-Fanatiker als religiöse Autorität? Passend für die IGGÖ. Olgun wird schon gewusst haben warum er Mullaoglu auf diesem Posten beließ.
Da bekommt auch die Auslegung, Kopftuch ab Pubertät, eine Schräglage. Die Milli Görüs besteht darauf, daß sich auch kleine Mädchen schon vollständig vermummen müssen. An dieser Glaubwürdigkeit kann ganz einfach das ganze Gutachten der IGGÖ gemessen werden.

Advertisements

Archives

Categories

%d bloggers like this: