Die Heiligen Schnorrer

January 6, 2017 by hotminnie

BERICHT

In Teilen Mitteleuropas hält sich der Brauch der Heiligen Drei Könige, die als Sternsinger umgehen und Spenden sammeln. Wenige andere Bräuche wurden derartig missbraucht und umgestaltet.
Heilige Drei Könige gab es nirgends in der christlichen, oder biblischen, Lehre, nirgends stand eine Anzahl. Auch ihre neu-katholische Bezeichnung als “Sterndeuter“ ist weder religiös noch historisch haltbar, ebenso wenig wie ihre Namen.
Yeshua bar Yosef wurde, nach den wahrscheinlichsten Fakten, am 3. Oktober 7 BCE (Before Common Era) geboren. Seine Geburt im heutigen Beth Lehem ist nicht gesichert, aber vieles spricht dafür. Eine Geburt im Dezember ist ausgeschlossen, weil im Winter keine Herden auf den Weiden stehen.
Eine einzige, sehr kurze Passage im Neuen Testament erwähnt einen Besuch von Weisen nach seiner Geburt. Diese Weisen waren aller Wahrscheinlichkeit nach Vertreter der einflussreichen jüdischen Gemeinde in Babylon. Sie wollten nachprüfen, ob tatsächlich der von den Juden erwartete Messias gekommen sei. Weder waren sie Könige, noch Sterndeuter, noch Magier im Sinne von Zauberern. Sie folgten einer astronomischen Konstellation, die im Jahre 7 BCE am deutlichsten zu sehen war.
Der angeblich biblische Kindermord durch Herodes ist historisch nicht belegt, auch die Weisen, oder sonstige Kontakte mit der Gemeinde in Babylon, werden nirgends mehr erwähnt.
Yeshua wuchs auf als ältester Sohn des angesehenen Baumeisters und Zimmermanns Yosef ben Ya’akov ha Notzri, dessen Firma er später übernahm, wurde als Rabbi ausgebildet und lernte, soweit dem spärlichen Material entnehmbar, Griechisch und Hebräisch.

Was viel später, und bis heute, um die “Heiligen Drei Könige“ fabriziert wurde, lässt sich am besten mit dem aktuellen Modewort postfaktisch beschreiben. Darunter fällt auch der Brauch der Sternsinger.
Man sollte glauben, auch Katholiken hätten andere Sorgen. Doch nein: Wichtigster aktueller Zankapfel war, ob einer von diesen Sternsingern ein “Mohr“ sein sollte; sprich, mit dunkler Hautfarbe. Niemand denkt nach, dass die mittelalterliche Tradition, einer der angeblichen Könige müsse ein Neger gewesen sein, Unsinn ist. Sie waren doch aus dem Osten gekommen.
Was viel mehr stören müsste, fällt nicht auf. Die heutigen Sternsinger sind überwiegend Mädchen. Eine katastrophale Verirrung, wenn es jüdische Gelehrte gewesen sein müssen. Gendergerecht und Tradition passt in den wenigsten Fällen.
Genauso wenig stört es die traditionshörigen Katholiken, zu welchem Zweck die Sternsinger umgehen. Sie sammeln Geld für irgendwelche angeblichen Entwicklungsprojekte. Damit wird die Bedeutung dieser Weisen vollends über den Haufen geworfen. Originaltext der katholischen Jungschar:
Außerdem bitten wir Sie, mit Ihrer Spende notleidende Menschen in Afrika, Asien oder Lateinamerika zu unterstützen. Heuer sind das zum Beispiel Bauerfamilien in Tansania, die sich eigenes Land und Nahrung sichern.
Warum immer noch eine weitere Sammlung für Entwicklungshilfe? Das ist ja der fatale Weg, Afrikanern zu zeigen, ihr seid zu blöd, selbst etwas aus euch zu machen. Mit der noch fataleren Auswirkung, dass diese Afrikaner dann in hellen Scharen aufbrechen, um in die Herkunftsländer dieser eifrigen Spender zu ziehen. Wo sie dann alles direkt aus erster Hand bekommen und nicht mehr auf Spendentröpfchen angewiesen sind.
“Bauerfamilien“ (PISA ruft…) sollten eben Landwirtschaft betreiben, nicht bequem auf Hilfe auf Europa warten.

Advertisements

Archives

Categories

%d bloggers like this: