Hitler-Kult prolongiert

September 20, 2016 by hotminnie

BERICHT

Braunaus braune Probleme nehmen kein Ende. In dem kleinen Städtchen im österreichischen Bundesland Oberösterreich steht das Geburtshaus Adolf Hitlers. Wenngleich dieser nur wenige Monate nach seiner Geburt dort gewohnt hatte; ihm die österreichische Staatsbürgerschaft aberkannt worden war.
Seit der deutschen Besetzung Österreichs ist das Geburtshaus eine Kultstätte für Nationalsozialisten. Mit Händen und Füßen wehren sich Rote und Braune dagegen, diese Kultstätte endlich zu beseitigen. Das (schon seit Jahren leer stehende) Haus sei ein wichtiges Denkmal, stünde unter Denkmalschutz. Mit dem unterschwelligen Beisatz, man könne doch nicht das Andenken an den großen Führer beschädigen.
Barbara Neubauer, Präsidentin des österreichischen Bundesdenkmalamtes, gab die Linie vor: Ein Abriss des Hauses würde sicher nicht gehen, um ein geschütztes Objekt schleifen zu können, müsse ein Verfahren zur Entlassung aus dem Denkmalschutz durchgeführt werden. Auch diese Meinung mutet seltsam an. Wie viele Kulturgüter wurden schon binnen weniger Stunden vernichtet, ohne dass der Denkmalschutz auch nur mit der Wimper zuckte.
Der Braunauer Aktivist Florian Kotanko meint gar, ein Abriss wäre nicht das Ende der Geschichte. Es funktioniere nicht nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Kotanko könnte sich vor oder im Gebäude historische Informationen vorstellen, mit einer vertiefenden Schau im Bezirksmuseum. Zugleich könnten die Räume als Malwerkstatt für ein Therapiezentrum oder als Integrationszentrum im Zeichen der Flüchtlingskrise genutzt werden.
Ein Kulttempel des mörderischen Nationalsozialismus — etwa um Plakate für Kauft nicht bei Juden zu malen? Oder als Integrationszentrum — ausgerechnet für jene durchwegs islamischen Scheinflüchtlinge, deren Kultur dem Nationalsozialismus am engsten verbunden ist. Ginge es noch makaberer?

mahnsteinJa, geht es. Denn vor dem berüchtigten Haus in Braunau steht ein Gedenkstein. Auf dem, schon mit erschreckender Peinlichkeit, das Wort Nationalsozialismus vermieden wird. Nur nicht die deutschen Nachbarn verärgern. Die zu Tausenden nach Braunau pilgern, um ihrem ehemaligen Führer zu huldigen — und dabei selbstverständlich wichtige Devisen im Ort lassen.
Der Hitler-Kult lebt nicht nur. In Braunau blüht und gedeiht er.

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