Die Kultus-Verwaltung

September 3, 2016 by hotminnie

BERICHT

Das kleine Österreich leistet sich als einziger Staat Europas ein Kultusamt. Eine unkontrollierte Sonderbehörde, die entscheidet, was Religion sein darf und was nicht.
Ihr Chef ist sehr hilfsbereit. Gegen entsprechendes Bakschisch schreibt er alle nötigen Anträge und Statuten vor, genehmigt sie dann auch sogleich. Oder auch nicht, wie eben gerade das politische Mäntelchen hängt.
Am wirkungsvollsten geschah das im bunten Feld des Islam.
Die Aleviten musste er, nachdem er beim Verfassungsgerichtshof abgeblitzt war, anerkennen. Sunniten und Schiiten, da haperte es schon, beide werden bis heute nicht anerkannt.
Statt ihrer die Islamische Glaubensgemeinschaft. Sie ist zwar keine religiöse Organisation, aber ihre Mitgliedervereine verfügen über tief greifenden politischen Einfluss — und zahlen eben auch gut. Anderswo wäre das Korruption. Nicht aber in dem verschlungenen Parteigefüge, das aus Österreich geworden ist.
Die Islamische Glaubensgemeinschaft erhielt ein neues Gefälligkeitsgesetz, das sie weit über alle anderen Religionsgemeinschaften stellte. Gleichbehandlung ist in Österreich gänzlich unbekannt.
Diese Islamische Glaubensgemeinschaft wurde nun von der tükischen Religionsbehörde Diyanet übernommen. Einer zahlungskräftigen Behörde, mit einem Milliarden-Etat. Ein türkischer Beamter als Vorsitzender? Kein Problem. Zumindest nicht für das ominöse Kultusamt. Anruf genügt, wir richten alles.
In Österreich wohnen mittlerweile rund 1,1 Millionen Moslems. Nur die Aleviten unter ihnen gemießen die Vorteile einer eigenen Religionsgesellschaft. Alles andere wird von der Islamischen Glaubensgemeinschaft vereinnahmt — die allerdings keine Moslems als Mitglieder aufnimmt und von der die meisten Moslems auch nichts wissen wollen.
Ihre Vormachtstellung bringt der Islamischen Glaubensgemeinschaft Millionenbeträge aus der öffentlichen Hand. Damit kann man sich leicht die nächsten Vergünstigungen bestellen.

Abschaffung des Kultusamtes? Wäre eine logische Folge in einem demokratischen Staat. Dazu zählt Österreich längst nicht mehr.

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