Nazis am Ballhausplatz

May 19, 2016 by hotminnie

BERICHT

Geschichtsträchtige Erinnerungen: Am 25. Juli 1934 hatte auf persönlichen Befehl Hitlers ein SS-Kommando das Bundeskanzleramt auf dem Ballhausplatz in Wien gestürmt und den Bundeskanzler Engelbert Dollfuß erschossen. Der umfangreich von Schutzbündlern, der sozialistischen Kampftruppe, unterstützte Nazi-Putsch scheiterte schließlich. Österreich konnte damit für weitere vier Jahre seine Unabhängigkeit bewahren, bis es im braunen Sturm unterging.
In den letzten Jahren versuchen Gruppierungen der neuen rotbraunen Nazis neuerlich, den kleinsten Ansatz von Demokratie in Österreich — dazu gehören auch freie Wahlen — von der Straße aus zu bekämpfen. Noch keine zwei Jahre ist es her, dass Neonazi-Gruppen, unter Mitwirkung reichsdeutscher Schlägertrupps, schwere Verwüstungen in der Wiener Innenstadt anrichteten, weil Meinungsfreiheit für sie ein rotes Tuch ist.
Beginnt es nun wieder?
Zur Wahl für den österreichischen Bundespräsidenten stehen der kommunistische Kandidat van der Bellen und der FPÖ-Kandidat Hofer. Der Bundespräsident residiert unmittelbar gegenüber dem Bundeskanzleramt am Ballhausplatz.
Nichts ist Nazis mehr verhasst, als eine freie Wahl. Unter Führung der extremistischen Offensive gegen Rechts sammelten sich einige hundert gewaltbereite Demonstranten auf dem Ballhausplatz. Ihr Ziel: Eine Wahl des von ihnen abgelehnten Kandidaten Hofer mit allen Mitteln zu verhindern.
Falls Hofer gewählt werden sollte — werden dann Sturmtruppen in die Präsidentschaftskanzlei eindringen, um ihn zu beseitigen? War 1934 Hitler der Befehlsgeber, wer wird es 2016 sein?
Die Politik, besonders im rotbraunen Wien, ließ bisher alle Zügel schleifen, ermöglichte Extremisten, auf der Straße gegen die Verfassung zu agieren. Die Folgen werden abzuwarten sein.

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