Nikita ist gestolpert

April 10, 2016 by hotminnie

BERICHT

In der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz war ein Kindermarathon angesetzt worden. Darunter auch ein Parcours für Kleinkinder, über 42 Meter. Eltern durften begleiten, das wurde von den meisten Eltern missverstanden. Die Eltern rannten, die Kinder wurden mitgezerrt.
Eine Mutter fiel besonders auf. Sie schleifte ihr heulendes Kind rücksichtslos über die gesamte Strecke. Das Bild ging quer durch die europäischen Medien.
Deutschen Medien gegenüber rechtfertigte sich Tatiana Draniceri, 39, damit, ihr Sohn Nikita sei gestolpert, sie hätte nur nicht gewollt, dass andere Kinder ihn umrennen. Zu viele Zuschauer hatten anderes gesehen.
Nikita, erst zwei Jahre alt, sei ein schneller Läufer, sagte die Mutter. Um hinzuzufügen, sei Bruder habe schon so viele Medaillen, da sollte Nikita auch eine bekommen. So viel zu gestolpert.
Die Fakten: Das Kind ist zwei Jahre alt, jedenfalls noch nicht in einem bewerbsfähigen Alter. Das brutale Durchschleppen des Kleinkindes durch einen Laufparcour wäre, strafrechtlich gesehen, Quälen eines Unmündigen. Ein sogenanntes Offizialdelikt, von Amts wegen zu verfolgen. Aber: Schweigen bei der Staatsanwaltschaft Linz.
Da wäre auch noch die Jugendwohlfahrt. Liebesentzug ist für diese Behörde Grund zur Abnahme des Kindes. Liebesentzug ist das Mindeste, was man dieser medaillengeilen Mutter vorwerfen kann. Ist die Jugendschutzbehörde tätig geworden? Auch der Magistrat Linz schweigt.
Wäre ein Hund so behandelt worden, würden tausende Tiergutmenschen aufheulen und strengste Bestrafung fordern. Aber bei einem Kleinkind, wen interessiert das schon.

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