Der Leidensweg eines Flüchtlings

January 25, 2016 by hotminnie

BERICHT

Eine traurige Geschichte, die zu Weihnachten passt.
Ein armer junger Mann — nennen wir ihn Anis — flieht aus seinem Heimatland Tunesien, in dem er grausam verfolgt wird. Ihm droht dort wegen mehrerer Straftaten, darunter Drogenhandel und Diebstahl, eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Das wäre für ihn nicht ertragbar.
Der kleine Anis lässt sich von einem italienischen Schiff nach Italien bringen. Ausweis nimmt er nicht mit, das wäre nur hinderlich. Die Zauberworte — ich Syrien, arm Kind — hat er gut gelernt, bekommt sofort Asyl. Die Italiener sind nicht gastfreundlich. Lochen den armen Kleinen ein, weil er eine Schule anzündete und sehr gewalttätig ist. Seine Kindheit, in einer liebevollen Familie, hat ihn eben auf die Brutalität der Europäer nicht vorbereitet.
Anis flieht weiter, nach Deutschland, das gelobte Land. Ich Syrien, ich arm Kind, hilft auch dort. Obwohl die Deutschen seine Daten von Italien erhielten, sind sie großzügig. Schutzsuchende aus Syrien genießen alles, besonders Vorrang.
Der kleine Anis besorgt sich Ausweise, auf insgesamt neun verschiedene Namen. Man muss sich absichern, kann sich freier bewegen, kann mehr Geld kassieren. Eine Datenabgleichung gibt es in Deutschland nicht, das lernt jedes (falsche oder echte) syrische Kind.
Anis ist seinem Glauben treu, knüpft gute Kontakte zu strenggläubig-islamischen Kreisen. Absicherung ist alles, und Allah wacht auch über die Kleinsten seiner Anhänger.
Anis fühlt sich endlich wohl. Deutsche sind extrem dumm, was man ihm erzählt hat, erkennt auch er rasch. Ein paar Tränen und das Zauberwort Syrien helfen (fast) immer. Anis übertreibt, fällt auf. Wird von seinen Leuten gewarnt, er soll die Organisation nicht in Gefahr bringen.
Ganz langsam kommt man dem syrischen Kind auf die Spur. Verfolgung auch in Deutschland? Das sollen sie büßen! Anis wird sorgfältig vorbereitet, für einen finalen, gastfreundlichen Akt.
Anis stiehlt einen polnischen LKW. Polen sind dumme, ungläubige Untermenschen, die man in in der ganzen Umma, dem Islamischen Staat, nicht ernst nimmt.
Das arme, unschuldige, verfolgte Flüchtlingskind knallt den Fahrer ab, erwischt ein paar, leider nur ein paar Ungläubige auf einem heidnischen Weihnachtsmarkt. Sollen sie büßen, die Ketzer! Sie wollten Allah nicht annehmen!
Der zarte Flüchtling wird von treuen Helfershelfern weggebracht. Bekommt wertvolle Unterstützung in Belgien, von Glaubensbrüdern. Fährt nach Lyon, wo eines der wichtigsten Zentren der Muslimbruderschaft in Europa besteht. Dort erhält der arme Flüchtling seine nächsten Aufträge.
Er fährt nach Italien, irrt sich dort im Bahnhof, gerät in eine Kontrolle. Was macht ein verfolgter Schutzsuchender? Er wehrt sich, als er nach dem Ausweis gefragt wird. In Europa, und Ausweis? Die spinnen, die Italiener.

scataTun sie tatsächlich. Ein italienischer Polizist kennt keinen Spass, erwidert das Feuer des armen Schutzsuchenden. Der grausame Polizist denkt nicht daran, ob er das einem armen verfolgten Flüchtling antun kann. Der wollte doch nur ein besseres Leben in Europa finden.

amri2Ein blühendes Leben wird ausgelöscht. Ungläubige Europäer ermorden einen Anhänger des Propheten! Einen, der sich darauf verließ, dass in Europa Freiheit und Paradies herrscht, wo nur die paar starrsinnigen Ungläubigen stören.
Der kleine Anis geht selig in sein Paradies ein. Er weiß, er hat seine Aufgabe erfüllt. Tausende andere ich Syrien, ich arm Kind warten darauf, ihm nachzufolgen.

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