Ein Bild macht die Runde

June 14, 2015 by hotminnie

BERICHT

Große Aufregung gibt es um ein Bild, das der Österreicher Jürg Christandl, angestellt bei der SPÖ-nahen Zeitung Kurier, in Wien aufnahm. Vor einem Lager für illegale Ausländer in Wien demonstrierten Anhänger der einwanderungskritischen FPÖ, als passend einige syrische Flüchtlinge vor dem (gesperrten) Gebäude auftauchten.

christandl

Das Foto war selbstverständlich reine Wahlpropaganda, Christandl übersah ebenso selbstverständlich die lautstarke Gegendemonstration rotbrauner Aktivisten, von denen die angeblichen Flüchtlinge dort vorgeführt wurden. Das Foto fügt sich allerdings nahtlos in die aktuelle Medienkampagne, die den Aufenthalt illegaler Ausländer bewirbt.
Im Streit darüber, ob die Aufnahme gestellt war oder nicht, ging ein Zeitungsinterview unter, das der mitwirkende Syrer gab.
Der sich Ziad nennende Ausländer erzählt, im Tränendrüsen-Modus, er komme aus Damaskus und sei nur geflohen, damit sein Sohn friedlich aufwachsen könne. Sein Ziel war Österreich, er habe viel gelesen über Österreich und ihm gefielen die Wälder. In Übersetzung: Ziad hat keinen Asylgrund aufzuweisen.
Für diese Flucht, besser Ausreise, habe Ziad 8.400 Euro an Schlepper bezahlt. In Übersetzung: Er und seine Familie flohen nicht, sie ließen sich ohne Visum nach Europa schleppen, dadurch mit Absicht etliche Gesetze brechend. Die Familie habe sich dann am Balkan tagelang nur von Beeren ernährt und Wasser aus Bächen getrunken, schilderte Ziad. In Übersetzung: Das Verhalten klingt unglaubwürdig, wenn man sich die Zahlen von (mehreren tausend) gleichzeitig Geschleppten vor Augen führt.
Am 3. Juni habe ein Minivan Ziad (28), Maram (27) und Mahmoud (4) vor dem Wiener Hauptbahnhof abgesetzt. Passanten hätten die Familie zum Ausländer-Depot nach Erdberg geschickt. In Übersetzung: In einer unbekannten, alles andere als übersichtlichen Stadt werden sprachunkundige, illegal Eingeschleuste zu einer ihnen nicht bekannten Adresse geschickt. Diese finden sie, ausgerechnet zum Zeitpunkt einer Demonstration. Eine Familie mit außergewöhnlichen Fähigkeiten.
In Wien sei jeder der Familie nur mehr mit seinem letzten T-Shirt und einer Hose in einem Plastiksackerl angekommen. In Übersetzung: Auf dem Bild sind Personen zu sehen, mit sauberer, sichtlich frisch gewaschener Kleidung, einschließlich unbeschädigter Hosen, neuwertigen, prall gefüllten Umhängetaschen und einem sichtlich neuen, modernen Rucksack.

Zufall? Mit Bestimmtheit nicht. Die Personen auf dem Bild des Jürg Christandl waren keineswegs gerade erst erschöpft und abgerissen vom Balkan gekommen, sondern schon vor ihrem zeitgerechten Auftreten in Erdberg versorgt worden. Nicht den geringsten Beweis gibt es dafür, dass die Familie gerade erst eingeschleust geworden wäre, sie konnte sich auch schon länger in Österreich aufgehalten haben, verborgen von einer der Schlepperorganisationen.
Ein zufällig zeitgleiches Erscheinen der angeblichen Flüchtlinge direkt zur FPÖ-Demonstration ist ausgeschlossen. Das zu glauben, würde niemandem ernstlich einfallen.
Ein weiteres Indiz deutet hartnäckig darauf hin, dass das Foto für Propagandazwecke vorbereitet und gestellt war: Christandl nahm nicht die Familie auf, sondern zwei Männer und ein Kind. In Übersetzung: Er ließ mit Absicht die Mutter Maram aus dem Rahmen, was umso auffälliger ist, als die Medien überwiegend Frauen mit Kindern als Flüchtlinge präsentieren. Ein Mann hält ein Kind an der Hand, aber von der Mutter keine Spur?
Das Propagandabild wird wahrscheinlich noch weitere Auseinandersetzungen nach sich ziehen. Dass es gestellt ist, daran kann kein Zweifel bestehen.

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