Sonderfall Muslimische Jugend

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May 12, 2015 by hotminnie

BERICHT

In den letzten Monaten schob sich in Österreich eine radikale Gruppierung lautstark in den Vordergrund, die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ). Ihre Mitgliederinnen zeichnen sich durch das enggeschnürte islamistische Kopftuch aus, in den Medien wurde die MJÖ mit Islam verwechselt.
In typischer Taqiyya-Art spielte die MJÖ vor, es würden sich mündige österreichische Musliminnen und Muslime zu Wort melden und an demokratischen Prozessen teilnehmen.
Die MJÖ war als Jugendorganisation der Islamischen Glaubensgemeinschaft aufgetreten, solange dieser Dachverband von der terroristischen Muslim-bruderschaft geleitet wurde. Seit der Übernahme der Führung durch türkische Extremisten kommt es zu heftigsten Auseinandersetzungen zwischen arabischen und türkischen Radikalen. Diese Auseinandersetzungen gipfelten in der Unterwerfung unter die Führungsrolle der Milli Görüs (wir berichteten).
Die MJÖ war 1996 als Teil der FEMYSO gegründet worden, der Europäischen Jugendorganisation der Muslimbruderschaft. Gründer und erster Leiter der FEMYSO war Ibrahim El-Zayat, einer der höchstrangigen Muslimbrüder in Europa. Die FEMYSO wurde mit der WAMY zusammengeschlossen, der internationalen Jugendorganisation der Muslimbruderschaft, gegründet vom Top-Terroristen Kamal Helbawy.
Zweck der Teilgruppen der FEMYSO war und ist die Rekrutierung junger Muslime, für die Interessen und Aktivitäten der Muslimbruderschaft, und deren ideologische Indoktrinierung. Auch die MJÖ schickte wiederholt junge Muslime in pakistanische Ausbildungscamps, wo sie über Koran, Kalaschnikow und RPG7 lernten.
Enge Kontakte der MJÖ und ihrer Schwesterorganisationen mit Hamas etc. sind bekannt. In Deutschland beispielsweise wurden der MJD wegen dieser Kontakte Förderungen entzogen, die MJD steht unter Beobachtung des Verfassungs-schutzes. Über ein Verbot wagte sich noch niemand.

Die öffentlich ausgetragenen Streitereien der MJÖ führten verständlicherweise zu medialer Aufmerksamkeit. In einem Artikel vom 15. Dezember 2014 ließ der Parteifunk ORF die schwarze Rassistin Clara Akinyosoye über die MJÖ jubeln.
Die österreichische Zeitschrift Profil, herausgegeben von einem SPÖ-„nahen“ Verlag, soll dagegen in einem wenig beachteten Artikel am 26. Jänner 2015 über die MJÖ Negatives berichtet haben.
Worauf die MJÖ offenbar klagte.
Unverkennbar auf Weisung der Partei warf sich Profil vor der MJÖ in den Schmutz und ging unmittelbar vor der Verhandlung der Klage einen Vergleich ein. Ein aufrecht gehendes Medium hätte die Gelegenheit benutzt, um die (sicherlich recherchierten) Fakten bündelweise auf den Richtertisch zu legen.
In seiner Ausgabe vom 11. Mai 2015 zeigte Profil, wie tief ein parteigesteuertes Medium sinken kann.
Profil, so hieß es, hätte sich davon überzeugen können:
Die MJÖ wird nicht aus dem Ausland finanziert und erhält auch keine Zuwendungen von Stiftungen.
Sie ist nicht Mitglied des europäischen Netzwerks Muslimischer Jugend- und Studentenorganisationen „Femyso“, bei dem sie nur für einen kurzen Zeitraum (2002–2005) außerordentliches Mitglied war; insbesondere hat die MJÖ keine ideologischen oder organisatorischen Verbindungen zur Muslimbruderschaft.
Auf der Facebook-Seite der MJÖ sind auch keine islamistischen Einträge aufgetaucht.

Dieser Rückzieher ist einer näheren Betrachtung wert.
Die MJÖ sei nicht Mitglied der FEMYSO? Als deren Teil sie 1996 gegründet worden war und dem Muslimbruder Ibrahim El-Zayat unterstand? Sogar das linke Wikipedia-Blog listet die MJÖ immer noch als Mitglied der FEMYSO. Direkte Kontakte mit der WAMY werden propagiert, die WAMY betreibt auch Da’wah-Camps in Pakistan, Somalia und anderen Ländern, zur Ausbildung von Aktivisten (anderswo Jihadisten genannt).
Profil habe sich überzeugen können, die MJÖ werde nicht aus dem Ausland finanziert und erhalte keine Zuwendungen von Stiftungen. Wie denn? Eine negative Überzeugung ist wahrscheinlich für keinen einzigen Profil-Leser denkbar.
Finanzierungen innerhalb des eng geflochtenen Netzes der Muslimbruderschaft sind kaum festzustellen. US-Behörden brauchten Jahre, um die Terror-Finanzierungen über das Netz der von Yusuf al-Qaradawi gegründeten Union of Good zu ermitteln. Und siehe da—auch die WAMY ist Mitglied der Union of Good, also auch die FEMYSO—und damit die MJÖ. Die umfangreichen Ermittlungs-ergebnisse liegen in US-Justizakten. Ob sich Profil diese beschafft hat?
Zuwendungen von Stiftungen? Die MJÖ sitzt auf einer Liegenschaft der Privatstiftung Anas Schakfeh (FN 346684f), einer Stiftung, über die viele Geldflüsse der Muslimbruderschaft laufen. Die Vorständinnen der Privatstiftung— Dawoud Iman, Selma Turgut-Kokac, Maria Hafez—sind alle schon als Funktionärinnen der MJÖ aufgefallen. Sollte Profil diesen Zufall übersehen haben?
Die MJÖ habe keine Verbindungen zur Muslimbruderschaft. So. Die MJÖ ist Mitglied eines Verbandes der Muslimbruderschaft, vertritt die Ideologie der Muslimbruderschaft, steht in Verbindung mit terroristischen Aktivitäten der Muslimbruderschaft, verwaltet eine Privatstiftung der Muslimbruderschaft—da liegt jeder Gedanke einer Verbindung zur Muslimbruderschaft in undenkbarer Ferne.
Noch etwas? Am 9. September 2006 hatte die MJÖ ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert. Mit einer großen Veranstaltung im Austria Center. (Wer das bezahlt hat, wird nicht gefragt.) Unter den 5000 Teilnehmern befand sich die Elite des islamischen Terrors in Europa, viele einschlägig bekannte Namen und Gesichter. Doch die Sicherheitsbehörden hatten Weisung, nicht einzugreifen. Stolz hatte die MJÖ verlautbart (OTS), die MJÖ vertrete die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich in ihren Jugendangelegenheiten. Als Hauptredner war der federführende Denker der europäischen Muslimbrüder aufgetreten, Tariq Ramadan. Auffällig wurde Amira Al-Khatib als Vorsitzende der MJÖ angegeben (OTS), obwohl sie angeblich erst 2011 den Vorsitz übernahm.
Von der Unrichtigkeit aller dieser Tatsachen hätte sich also Profil überzeugt. Baron Münchhausen als neuer Redaktionsleiter?

Doch noch ist es nicht zu Ende. Die fest vermummte Dudu Küçükgöl stellte sich den Medien als Vorsitzende des Vereins MJÖ vor. Vergeblich suchten alle diesen Verein. Gibt man Muslimische Jugend Österreich im Vereinsregister ein, kommt nichts. Die Vereinsbehörde bestätigte (im Dezember 2014), ein solcher Verein sei nicht registriert. Selbstverständlich ist auch das Impressum des Internet-Auftritts unvollständig; Gesetze sind Nüsse.

mjö 1Plötzlich aber kam eine ZVR-Nummer zum Vorschein, die davor kaum jemand kannte. Über ZVR 628147149 wird plötzlich die Muslimische Jugend Österreich gefunden. Ein höchst bemerkenswertes Versteckspiel. Aber auch dort ist keine Dudu Küçükgöl als Vorsitzende zu sehen. Sondern—Amira Al-Khatib, ein Mitglied der Muslimbruderschaft, angeblich MJÖ-Vorsitzende seit 2011.
Küçükgöl hatte breitflächig verkündet, die MJÖ habe 30.000 Mitglieder. In anderen Medien steigerte sich das bis zu 50.000 Mitgliedern. Dem hatte sogar schon der Milli Görüs-Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft widersprochen. Mit Recht. Dort hatte die MJÖ 2011, also erst vor wenigen Jahren, nur ganze 54 genannt. Und man staune: Amira Al-Khatib schien 2011 nicht als Mitglied auf. Es sei denn, sie wäre, im Zeitalter der Geschlechtsumwandlungen, von Amer zu Amira mutiert.
Die MJÖ: Ein seltsamer Verein also, nur über Umwege im Vereinsregister auffindbar, mit einem gesetzwidrigen Impressum im Internet, und mit nur 54 Mitgliedern.

Die Mitgliederzahl ist wichtig. Denn die MJÖ bekommt seit vielen Jahren Förderungen. Wegen ihrer Mitgliedschaft bei der Bundesjugendvertretung, die sie mit so wenigen Mitgliedern gar nicht haben dürfte. Und wegen ihrer Jugendprojekte. Sprich, Anwerbung und Indoktrinierung junger Muslime.
Die angebliche Vorsitzende Dudu Küçükgöl, eingetragen als Kassiererin der MJÖ, sagte in Medien, unter anderem im Kurier am 2. März 2015, die MJÖ habe 2014 vom Bundesministerium für Familie und Jugend im Rahmen des B-JFG insgesamt 154.345,60 Euro erhalten. Davon seien 36.336,40 Euro als Basisförderung und weitere 9.000,00 Euro für den Mitgliedsbeitrag an die Bundesjugendvertretung gewesen. Und wofür die restlichen 109.009,20 Euro?
Dazu hätte die MJÖ noch für Projektsponsoring, etc. aus nicht genannten Quellen weiteres Geld bekommen. Unbekannte Quellen? Hatte sich Profil auch davon überzeugt? Außerdem bekam die MJÖ für die gleichen Zwecke auch von der Gemeinde Wien Förderungen, an die 60.000 Euro. Eine willkommene Dreifachfinanzierung, offiziell insgesamt eine satte Viertelmillion oder mehr, die unbekannten Quellen als Draufgabe.
Laut Küçükgöl würden diese Gelder in zahlreiche Jugendprojekte und Workshops, den Mitgliedsbeitrag bei der Bundesjugendvertretung, die Entlohnung einer Geschäftsführerin sowie in die Mieten für Büro und Vereinssitz fließen.
Förderungen für Mitgliedsbeiträge, Löhne und eine Miete bei der eigenen Privatstiftung? Mit 54 Mitgliedern? Das steht in keinem Gesetz. Nennen wir es einmal schlichtweg Betrug. Alle warten gespannt, wie lange die MJÖ noch damit durchkommt.
Wie kommentierte ein Mitglied der MJÖ im Profil, in nicht integriertem Deutsch? Ich hoffe, dass nächste Mal bedarf es keinen Rechtsstreit, ehe ein seriöser Journalismus betrieben wird.

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One thought on “Sonderfall Muslimische Jugend

  1. Thomas Verheugen says:

    Der Gender Stumpfsinn ist mir ohnehin zuwider. Aus einem sächlichen Wort wie “Mitglied” eine “Mitgliederin” zu machen, ist falsch und daneben.

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