Die Hautfarbe

April 7, 2015 by hotminnie

KOMMENTAR

Eine Meldung zog sich durch den Boulevard. Ein Nigerianer sei in den USA von allen acht Universitäten der »Ivy League« aufgenommen worden. Eine besondere Leistung? Nicht unbedingt.
Die Aufnahme-Kriterien von US-Universitäten liegen nicht besonders hoch. Mit guter Allgemeinbildung kann man schnell ein Top-Ergebnis etwa beim ACT (American College Test) erzielen. Auch eine Aufnahme für alle »Ivy League«-Universitäten gleichzeitig ist verständlich, weil deren Anforderungen weitgehend gleich sind.
Schwierig wird es erst, wenn sich jemand um ein post graduate Studium bewirbt. Da sind die Anforderungen um ein Vielfaches höher, als etwa bei europäischen Bildungseinrichtungen. So weit ist der junge Harold Ekeh aber noch lange nicht. Für ihn heißt es erst einmal, die geschmalzenen Uni-Kosten aufzubringen.
Was ist so besonders an der Sache?
Eigentlich wenig. Doch. Die Hautfarbe. Wäre Harold Ekeh kein Schwarzer, noch dazu ein echter Afro-Afrikaner, würde sich kaum jemand für diese alltägliche Story interessieren. Aber für den politisch korrekten Boulevard scheint es immer noch hervorhebenswert zu sein, wenn ein Schwarzer das gleiche schafft, wie viele andere auch.
Das erinnert an einen anderen Schwarzen, der täglich aus den Medien lächelt, in zahllosen Werbungen tänzelt, den Sportler des Jahres abonniert hat und herausgestellt wird, als sei er ein Halbgott. David Alaba.
Hätte Alaba eine andere Hautfarbe, wäre er nicht mehr politisch korrekt und könnte nicht mehr für die „richtige“ Partei werben.
Dieser fatale Umgang mit der Hautfarbe wird sich noch lange durch die Medienlandschaft ziehen. Bis dereinst vielleicht jemand auf die (heute noch unvorstellbare) Idee kommt, unterschiedliche Hautfarbe ist egal.

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