Bayern auf Scharf

March 29, 2015 by hotminnie

BERICHT

Herr D. aus dem schönen Tiroler Land fuhr nach München, zu einem Geschäftstermin. Nach dem Termin bummelte Herr D. durch die Kaufinger Straße, die bekannte Münchner Einkaufstraße.
Plötzlich ein Aufruhr, nahe dem Marienplatz. Haufenweise Polizei, Herr D. wurde von mehreren Polizisten umringt und hochnotpeinlich durchsucht. Um was es ginge, wollte man ihm nicht sagen.
Die Polizei wurde fündig. Herr D. hatte in seiner Hosentasche ein kleines Taschenmesser. Ein Mann ohne Taschenmesser!? Wo gäbe es das? Riesen-Aufregung bei den Polizisten, Herr D. wurde wie ein Verbrecher behandelt. Eine verbotene Waffe, sagte man ihm. Das Messer wurde abgenommen, eine Anzeige und Strafe angekündigt, die Strafhöhe könne bis 10.000 Euro betragen.

spydercoEinige typische Bayernburschen gingen vorüber, in Lederhosen, mit eingesteckten Hirschfängern. Die Polizei sagte kühl, das sei erlaubt, weil Tradition. In der Nähe rauften Neudeutsche. Einer von ihnen kaufte sich eine Packung Küchenmesser gleich im Kaufhaus daneben und verteilte sie an die Mitstreiter. Die Polizei winkte ab, da könne man nicht eingreifen.

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Herr D. schüttelte den Kopf und sah sich daheim ein wenig um. Im deutschen Waffenrecht steht in § 42a:
Es ist verboten, Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm zu führen.
Erklärt wird: Dem Gesetzgeber ging es bei der Schaffung des Verbots, Einhandmesser zu führen, um eine Eindämmung von Gewalttaten mit Messern zu erreichen.
Gewalttaten mit Taschenmessern? Hirschfänger, Küchenmesser und andere Schneidwerkzeuge sind erlaubt, ein Klappmesser mit einer 56 Millimeter langen Klinge aber nicht?
Frei mit Asterix: Die spinnen, die Deutschen.
Herr D. erinnerte sich an Andreas Hofer und schwor, nicht mehr in das feindliche Bayern zu fahren.

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