Stellvertreterkrieg im Jemen

March 25, 2015 by hotminnie

BERICHT

Im südarabischen Jemen wird Krieg gespielt. Auf den ersten Blick—jenem der europäischen Medien—wirkt die Lage im Jemen verworren. Auf den zweiten Blick—mit dem europäischen Medien überfordert sind—erkennt man klare Strukturen.
Nach dem Scheitern Großbritanniens und der Sowjetunion im Südjemen, und der Aufgabe des Staates Jemen durch den muslimischen US-Präsidenten Obama, wurde der Jemen in ein (gewolltes?) Chaos gestürzt.

Auf der einen Seite brachte die Muslimbruderschaft die jemenitische Regierung zu Fall. Terrorbanden der Al-Qaeda nisteten sich ein und versuchten, die Macht an sich zu reißen. Sie wurden und werden unterstützt durch mindestens mehrere hundert Kämpfer der zur Muslimbruderschaft gehörigen Hamas.
Das Ziel der Hamas liegt offen zutage. Diese Terrororganisation bezieht einen großen Teil ihrer Waffen und ihrer Versorgung über Afrika, vor allem über Somalia, wo Teile des Landes von der Muslimbruderschaft über die Al-Shaabab kontrolliert werden.
Um diese Rüstungsgüter weiter transportieren zu können, bieten sich zwei Wege an. Der eine führt über das Rote Meer und Ägypten in den Sinai. Dieser Weg wurde gefährlich, da Ägypten nicht mehr von den Muslimbrüdern beherrscht wird. Der zweite Weg geht um Arabien herum in den Golf und weiter in den Irak, wo sich der Islamische Staat gerade bemüht, im Süden Verkehrswege zu erobern.
Die Hamas hat daher besonderes Interesse, den Jemen in ihre Hand zu bekommen; allerdings auch den Nachteil der langen Verbindungswege.

Auf der anderen Seite bemüht sich der Iran, mit Unterstützung Chinas, den strategisch wichtigen Jemen selbst in die Hand zu bekommen, um Versorgungswege für das Vorgehen gegen Saudi Arabien sowie Nord- und Zentralafrika zu öffnen.
Die sogenannten Houthi-Rebellen im Jemen werden durch mindestens ein Bataillon der iranischen Revolutionsgarde unterstützt. Der Iran kann dabei die offenen Wasserwege zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Aden nützen. Zusätzlich nimmt man dabei Saudi Arabien in die Zange, weil auch im Norden der arabischen Halbinsel bereits Iran-geführte schiitische Rebellen aktiv sind.

Das Märchen von Stammeskriegen mag deshalb romantisch klingen, wenn jemand nur euopäische Medien konsumiert. Aus strategischer Sicht extremistischer islamischer Strömungen sieht freilich nichts mehr romantisch aus. Es geht um regionale Beherrschung, als Vorstufe weiterer Eroberungen.

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