Angeklagter Egon Bachler

March 20, 2015 by hotminnie

BERICHT

Die österreichische Justiz steht vor einem neuen Erdbeben, das sie – so hoffen viele – bis in ihre Grundfesten erschüttert. Erstmalig, von wenigen Kleinigkeiten abgesehen, wird der größte Schandfleck der Justiz an das Tageslicht gezerrt: Das Unwesen der gerichtlichen Sachverständigen.
Nachdem der berüchtigte Psychiater Max Friedrich mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden ist, nachdem seine unmenschliche Gutachter-Schule in arges Zwielicht geriet, steht nun einer jener Sachverständigen vor Gericht, der am meisten Unheil anrichtetet, Egon Bachler.
Hunderte falsche Gerichtsgutachten, hunderte Familien zerrissen und zerstört, tausende Kinder dauerhaft geschädigt. Das ist Bachlers Werk. Die so abgenützte Unschuldsvermutung zieht bei ihm nicht. Seine Schandtaten liegen schwarz auf weiß in unzähligen Gerichtsakten.

Wie es so weit kommen konnte, liegt im Sumpf der Justiz begründet. Durch Barbara Helige & Co. war die Richterschaft straff ideologisch organisiert worden. Gerichtsentscheidungen in Familien- und Personensachen laufen hauptsächlich nach politischen Vorgaben ab.
Um dieses Getriebe richtig zu schmieren, benutzen Richter das Werkzeug der Sachverständigen. Deren Bestellung ist einfach. Ein Wiener Gerichtspräsident drückte es vor Jahren prägnant aus: „Sachverständiger wird nur jemand, auf den sich die Justiz verlassen kann.“
Die Sachverständigen erhalten genaue Aufträge, was die Richter wünschen, liefern das ab und kassieren sehr gut dafür. Die wenigen Ausnahmen sind kaum der Rede wert, weil sie dann eben keine Aufträge mehr erhalten. Deshalb sieht man in den meisten Fällen immer wieder die gleichen Namen.

Egon Bachler übertrieb es. Er schrieb hunderte falsche Gutachten, ließ sich dafür gut bezahlen, und lieferte in vielen Fällen auch noch falsche Aussagen vor Gericht ab. Ein Großteil dieser Fälle ist verjährt, weil die Justiz Strafanzeigen und Zivilverfahren gegen Bachler gnadenlos abwürgte.
Doch nun ging es nicht mehr anders.
Der Linzer Staatsanwalt Alfred Schaumüller stellte nach jahrelangen „Ermittlungen“ einen lauwarmen Strafantrag. Bachler wird nur vorgeworfen, als Gutachter in insgesamt 13 Verfahren Tatsachen „objektiv unrichtig“ angegeben zu haben. Eine Vertuschungsaktion sondergleichen. Gewerbsmäßiger schwerer Betrug, zahlreiche Falschaussagen und so manches andere Delikt fehlten.
Das Verfahren sollte ausgerechnet in Salzburg stattfinden – wo Bachler die meisten Aufträge erhalten hatte, die meisten seiner Straftaten beging, und wo er allergnädigste Milde erhoffen darf. Denn, so jammerte Bachler, die Berichterstattung über ihn und das „Internet-Stalking“ seien existenzgefährdend. Gerade das erhoffen aber viele Geschädigte: Dass die berufliche Existenz Bachlers endlich beendet wird.

Die zuständige Richterin, im Verfahren 38 Hv 45/13x, machte dem Vorhaben zunächst einen Strich durch die Rechnung. Sie erklärte sich für befangen. Der Gutachter sei jahrelang vom Landesgericht Salzburg beauftragt worden, auf der Zeugenliste stünden zumindest drei Richter, mit denen sie ein freundschaftliches Verhältnis verbinde.
Schon aus anderen Verfahren weiß man, das Landesgericht Salzburg gibt einer Befangenheit nur nach, wenn das gerade in den politischen Kram passt. Hier passte es nicht. Gerichtspräsident Hans Rathgeb konterte trocken: „Das Landesgericht Salzburg hat in diesem Zusammenhang wiederholt ausgesprochen, dass es zum Wesen eines Richters gehört, dass es ihn nicht behindern darf, im konkreten Fall unbeeinflusst und objektiv vorzugehen, auch wenn er von einer Partei allenfalls bereits einen bestimmten Eindruck gewonnen hat.“
Doch auch die Versuche Geschädigter, das Verfahren in einen anderen Gerichtsbereich zu bekommen, scheitern. Der politisch besetzte Oberste Gerichtshof wies eine Verlegung in eine andere Region zurück. Entweder das zuständige Oberlandesgericht Linz findet ein anderes Gericht in seinem Sprengel. Oder der Fall habe trotz aller Bedenken in Salzburg zu bleiben. Die skandalreiche Justiz nimmt sich auch die letzten Feigenblätter.

Richterin Martina Pfarrkirchner erhielt das Verfahren letztlich doch auf den Tisch. Ihre Freude an Gefälligkeitsentscheidungen hielt sich dennoch in Grenzen. Nach dem Kurzvortrag der Staatsanwaltschaft erklärte sich Bachler für nicht schuldig. Er habe nicht alle Details im Gutachten dargelegt, das war nie gefordert und hätte jederzeit im Rahmen einer mündlichen Gutachtenerörterung passieren können. Also genau dort, wo er bei zahlreichen Verhandlungen gelogen und falsch ausgesagt hatte.
Auch der Berliner Gutachter Max Steller zerpfückte Bachlers Werke nach Strich und Faden. Sinnfreie und sinnentleerte Stellen in Bachlers Gutachten ließen sich auch durch unterschiedliche Schulen in der Psychologie nicht erklären, meinte der Berliner. Fazit: Die Gutachten sind Schrott.
Der erste Verhandlungstag endete dann auch mit einem Knalleffekt. Richterin Pfarrkirchner erklärte sich als unzuständig, weil sie den Vorwurf des schweren Betrugs für gegeben hielt und dieses Delikt vor einem Schöffengericht zu verhandeln sei.
Eine Nachdenkpause für Bachler.

Nachdenken werden aber auch andere müssen. Egon Bachlers Büro liegt in der Linzerstraße 2 in Salzburg. Dort betrieb er auch seine Gutachterarbeit. Oder doch nicht? In mehreren Gutachten schrieb Bachler, er sei nur schwierig verfügbar, weil er maximal einen Tag pro Woche in Salzburg sei. Ein Tag pro Woche genügte also anscheinend, um dann gleich ein paar Gutachten zu basteln.
Bachler kontrolliert von dort weiter das Sachverständigen-Unwesen. Gutachter wie Alexander Frühmann und Monika Lindner gehören zu seinen engsten Vertrauten, bekommen die Aufträge, für die Bachler selbst nicht mehr zur Verfügung steht. Nur ein Schelm denkt, dass Bachler dann auch mitschneiden könnte.

An derselben Adresse führt Egon Bachler aber auch seine Firma TAF – Therapeutisch Ambulante Familienbetreuung. Die Firma wird als gemeinnützige GmbH angegeben. Was das sein soll, ist nicht klar, denn gemeinnützig ist nichts daran, die Mitarbeiter verdienen prächtig, von 40 Millionen Einnahmen über die Jahre wird gesprochen.
Bachler selbst scheint nicht mehr als Geschäftsführer auf, nur mehr als therapeutischer Leiter, zieht aber weiter die Fäden. Er übe „spezifische Tätigkeiten in den Bereichen Fortbildung und Forschung aus“, heißt es. Auch sei er „in geringem Ausmaß im administrativen Bereich“ angestellt.
Als offizieller Geschäftsführer wird Alexander Frühmann genannt, ein enger Vertrauter aus der Gutachterszene, Auch Konrad Reitsamer aus dem gleichen Umfeld fehlt nicht. Auffällig ist aber noch mehr. Nirgends steht eine Firmenbuchnummer, auch im Firmenverzeichnis findet man diese Gemeinnützigkeit nicht. Das Impressum des Internet-Auftrittes vom TAF ist also mindestens unvollständig.
Wahlweise wird die Firma genannt:
Ambulante Familienhilfen gemGmbH
Linzergasse 2, 5020 Salzburg
Telefon: 0662/88 08 70, Fax: 0662/88 08 70 – 11
mail: office@taf.at
IPF – Institut für Psychoanalyse und Familientherapie
Linzergasse 2, 5020 Salzburg
Telefon: 0662/88 08 70, Fax: 0662/88 08 70 – 11
mail: office@taf.at
Absolut zufällig sind die Kontaktdaten identisch.

Die Spezialität von TAF: Kooperationsverträge mit dem Kinderhandel.
Mit etlichen Jugendämtern in Salzburg, Oberösterreich und Bayern gibt es Monopol-Verträge. „Guter Start ins Kinderleben“ nennt man es in der Nazi-Hochburg Traunstein. TAF gelte als kostengünstige und effiziente Betreuungsform, verkauft es die Jugendwohlfahrt.
TAF wird als „Therapie“ eingesetzt, wenn bei einer Familie noch Ecken und Kanten einem Direktzugriff entgegenstehen. TAF tritt auf, gibt sich sehr engagiert, und empfiehlt dann in fast jedem Fall die Abnahme des Kindes oder der Kinder. Nicht umsonst, für diese Bereitstellungsscheine kassiert TAF hohe Gebühren.
Die Jugendämter können sich dann bei ihren gewaltsamen Abnahmen auf die zuverlässige Qualität von TAF stützen – und welcher Richter würde da schon nein sagen.
TAF ist hoffentlich der nächste Ansatzpunkt, dem Betrüger Egon Bachler und seiner Bande einen weiteren Stein um den Hals zu hängen.

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