Der Sachwalter-Betrug – I

November 19, 2013 by hotminnie

BERICHT

Wir schreiben, was andere verschweigen.

Eine der finstersten Seiten der österreichischen Justiz ist die Sachwalterschaft. Ursprünglich gedacht als Hilfestellung für Menschen, die ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können, entartete sie mit der Zeit zu einem tiefen Morast.
Über 100.000 Sachwalterschaften soll es in Österreich geben. Besachwaltert wird nicht nur jemand, der es braucht. Sondern immer mehr auch Menschen, denen man durch die Sachwalterschaft die eigene Handlungsfähigkeit nehmen will. Menschen, die man aus irgend einem Grund an etwas hindern will, zum Beispiel an der Teilnahme an einem Verfahren. Wenn es um das Sorgerecht für Kinder geht, fand sich schon öfters einer der Elternteile plötzlich besachwaltert, und weg war das Kind.
Oder der Hauptgrund einer Sachwalterschaft: Es gibt etwas zu holen. Wohnungen, Häuser, Grundstücke, Bargeld, Aktien, Erbschaften. Je einträglicher, desto eher wird besachwaltert.
Es geht so leicht. Eine Anregung, ein williger Richter, ein korrupter Sachverständiger, ein gieriger Anwalt. Und schon ist alles verloren, ohne Wiederkehr.

Einige Anwälte sind auf Sachwalterschaften spezialisiert. Damit kann man am besten, am leichtesten verdienen. Jeder kleinste Handgriff wird dem Opfer in Rechnung gestellt, bis nichts mehr da ist.
Einer der berüchtigsten Sachwalter-Anwälte ist Christiane Bobek, in Wien. Schon in hunderten Fällen wurde die zielstrebige Rechtsanwältin als Sachwalterin eingesetzt, oder auch als Abwesenheitskurator, wenn das Gericht eine Partei nicht sehen will. Meist bekommt Bobek ihre Opfer vom Bezirksgericht Wien-Fünfhaus serviert. Dort weiß man schon, man kann sich auf sie verlassen. Die Betroffenen sind damit langfristig aller ihrer Rechte beraubt.
Mit einem Trick verhindert Christiane Bobek in vielen Fällen (Akten sind teilweise bekannt) die Beteiligung der Opfer. Sie beantragt beim Gericht eine Umleitung der Post des Opfers an sich selbst, und täuscht dann vor, dem Opfer Unterlagen zu schicken. Diese kommen wegen der Umleitung natürlich nie an, sondern zu ihr zurück.
Beschwerden bei der Rechtsanwaltskammer sind sinnlos, die Loge schützt ihre Stars (und deren Einkommen).
Christiane Bobek soll mit ihren Sachwalterschaften weit über eine Million Euro eingenommen haben. Leicht verdientes Geld, die Opfer sind wehrlos. Verfahren der Opfer werden von Bobek nicht geführt, sondern fast durchwegs verhindert. Durch ihre Manipulationen richtete sie bei den Opfern insgesamt Schäden von höheren zweistelligen Millionenbeträgen an.
Rechtsanwältin Christiane Bobek ist nicht die einzige, die an Sachwalter-Betrug verdient, aber eine der auffälligsten. Es ist kaum möglich, diese schwarzen Schafe aus dem Verkehr zu ziehen. Dazu bedürfte es einer unabhängigen Justiz und einer objektiven Rechtsanwälte-Vertretung. Von beidem kann Österreich nur träumen.

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