Türkei als Kriegstreiber

November 20, 2012 by hotminnie

KOMMENTAR

Die Türkei, mit ihrer derzeitigen radikal-islamischen Führung, gleitet zusehends in den Status eines Kriegstreibers ab. Es hatte mit der Wiedererstarkung der fundamentalistisch-islamistischen Milli Görüs begonnen – die nun immerhin den Staatspräsidenten stellt. Als logischer nächster Schritt kam die Zusammenarbeit zunächst mit der terroristischen Hamas, und der mehr schlecht als recht inszenierte Mavi Marmara-Vorfall.
Unvermeidlich war dann die Annäherung an die islamistische Terror-Organisation der Muslimbruderschaft. Diese verfolgt die gleichen politischen Hegemonie-Bestrebungen wie der türkische Premier Erdogan und sein machthungriger Außenminister Ahmet Davutoğlu. Untrennbar mit diesen Bestrebungen verbunden ist die absolute Gegnerschaft zu Israel, mit dem Ziel der Vernichtung des Erzfeindes Judenstaat.
Die Machtübernahme der Muslimbruderschaft in Tunesien, Libyen und zuletzt durch groß angelegten Wahlbetrug in Ägypten bestärkte die nationalistisch/islamistischen Kräfte in der Türkei auf diesem Weg. Syrien ist das nächste Land, das die Muslimbrüder (und schon lange) besitzen wollen. Ohne unmittelbare und umfangreiche Unterstützung der Türkei wäre der (neuerliche) blutige Aufstand der Muslimbrüder in Syrien nicht möglich gewesen. Allein die umfangreichen Waffenlieferungen aus der Türkei an die Rebellen ermöglichten diesen, militärisch anzugreifen und Erfolge zu erringen.
Ziel der Muslimbrüder in Syrien ist, die nicht-sunnitischen Minderheiten (hauptsächlich Alawiten und Christen) auszulöschen und das Land ihrem “Ikwan” einzuverleiben. Dazu ist jedes Mittel recht, bis hin zu Autobomben und Massakern an den Minderheiten. Schließlich braucht nur verkündet werden, Assad-Truppen hätten die Massaker begangen – und der “Westen” glaubt es blindlings.
Die Türkei nützte die Gunst der Stunde, ließ Rebellen einige Geschoße auf die Türkei abfeuern – und schon liefert das kriegstraumatisierte Deutschland Abwehrraketen. Niemand fragt mehr, woher diese Raketen und Granaten tatsächlich kamen, die angeblich in der Türkei einschlugen. Damit ergaunerte (anders kann es schwerlich genannt werden) die Türkei einen NATO-Einsatzfall; von einem moslemischen US-Präsidenten profitierend. Die Welt verdammt Diktator Assad; kein Wort von der materiellen und logistischen Unterstützung der Rebellen durch den NATO-Staat Türkei.
Doch das ist der Türkei zuwenig. Helle Aufregung verursachte die Entführung eines Österreichers, der trotz klarer Reisewarnung im Jemen unterwegs war. Erst durch die Entführungsaffäre kam heraus: Die Türkei beliefert islamistische Rebellen im Jemen und in mehreren anderen Staaten mit Waffen und militärischem Material. Jemenitische Behörden hatten eine Waffenlieferung beschlagnahmt, die durch die Entführung freigepreßt werden soll. Weitere türkische Waffenlieferungen an islamistische Terrorgruppen sind unter anderem aus Somalia bekannt geworden.
Die Türkei gibt sich sehr ambivalent, ob sie zur EU will – in der sie als außereuropäisches Land eigentlich nichts zu suchen hätte. Die angeblich so friedensbewegte Europäische Union sollte sich eher umgekehrt fragen, ob die Zusammenarbeit mit einem Staat, der expansionistische Ziele verfolgt und kriegsführende Parteien mit Waffenlieferungen unterstützt, für Europa tragbar sein kann.
Die ihrerseits durch militärische Unterstützung islamistischer Extremisten in Libyen politisch schwer angeschlagene NATO sollte ihr Verhältnis zu einem Mitgliedsstaat nachfragen, der bewaffnete Konflikte schürt und Terroristen unterstützt. Die Lieferung von Abwehrraketen ausgerechnet aus Deutschland war das mit Abstand gedankenloseste und negativste Signal dafür.

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