Fürsorge Versagen: Wie Kinder einsam feiern müssen!

December 19, 2007 by hotminnie

BERICHT

Jennifer ist ein lebensfrohes sechsjähriges Mädchen, lebt mit ihrer Mutter in der Nähe von St. Pölten, und freut sich wie andere Kinder ihres Alters auf Weihnachten. Aber auch in diesem Jahr wird das Mädchen ohne ihre Geschwister Nathalie (13) und Florian (11) den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer schmücken müssen. Seit über vier Jahren leben Bruder und Schwester in einem privaten deutschen Kinderheim, nachdem der Vater Bruno L. wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt wurde. Während Peiniger und Opfer die Schulferien gemeinsam verbringen, muss die Tafel-Klasslerin ihre Geschenke am Heilig Abend alleine mit ihrer Mutter auspacken.
Als der Enthüllungsjournalist Stephan Pfeifhofer vom Nachrichtenmagazin Xlarge die Wohnung der Kindesmutter Manuela Payer betritt, begegnet ihm Kinderliebe und Gemütlichkeit. Geschmackvoll ist die Wand mit Kinderzeichnungen und –fotos verziert. Aufgeregt kommt ein kleines, blondes Mädchen dem pfundigen Nordtiroler entgegen.
Der Tisch im Wohnzimmer erinnert an ein geistreiches Treiben von Mutter und Tochter. Noch schnell die Hausaufgaben fertig machen, dann will der Wirbelwind schon wissen, was dieser Reporter wohl die Mama zu fragen hat.
Eine vierfache Mutter, entkommen aus der Ehehölle, muss sich jetzt nicht nur vor dem Pflegschaftsrichter und der Jugendwohlfahrt in Tirol verantworten. Nachdem Nathalie bereits mit drei Jahren Verhaltensauffälligkeiten zeigt, gelangt die professionelle Diagnostik bald zu klaren Ergebnissen. Das Mädchen dürfte wohl sexuell missbraucht worden sein. Als die heute 13-jährige mit 9 Jahren über ihr Martyrium zu sprechen beginnt, läuten die Alarmglocken der Kinderschützer.
Überraschend schnell wird beim Gericht beantragt, Nathalie zu ihrem Schutz – der Mutter abzunehmen. Der Missbrauchsverdacht wird nicht überprüft. Deshalb kommen zuerst Nathalie und einen Monat später ihr Bruder Florian in das SOS Kinderdorf Imst-Krisenwohnen. Nachdem über zwei Monate vergangen waren, sollten die Kinder ihr neues zu Hause ganz plötzlich im bayrischen Röthenbach finden.
Die Homepage vom Kinderheim Giesenberg zeigt eindrucksvoll eine Vielzahl an idyllischen Landschafts- und Tieraufnahmen. Die Betreiber Thomas und Angelika Burgey verfügen weder über eine sozialpädagogische Ausbildung, noch können sie eine Mitgliedschaft im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband vorweisen. Tatsächlich pflegt Heimleiter Thomas Burgey tiefe Freundschaften mit dem Kindesvater Bruno L., der in vielerlei Hinsicht Polizei bekannt scheint, wie Auszüge vom Innenministerium manifestieren.
Körperverletzung, Diebstahl, sogar Drogen-Handel sagen Nachbarn und Bekannte nach, wenn man über den rüstigen Holzgauer Erkundigen einholt. Unterdessen finden sich im Internet schicke Ferienhäuschen und rassige Urlaubsangebote von L., die offenkundig für guten Umsatz sorgen.
Manuela P. kennt ihren Ex-Mann nur zu gut, sie möchte deshalb nicht erkannt werden, weshalb die abgebildeten Fotos unkenntlich gemacht wurden. Die Angst ist groß, dass ihrer verbliebenen Tochter Jennifer etwas zustoßen könnte. Eine Strafanzeige vom 27. Oktober 1999 lässt das Ausmaß von Ls. Gräueltaten erahnen »Bruno L. ist verdächtigt, am 13. Oktober 1999 im Hause seiner Familie die Ehefrau Manuela im Zuge einer Auseinandersetzung mit den Füßen getreten und auf die Couch hingeworfen zu haben«
Und L. geht noch einen Schritt weiter, denn Morddrohungen und weitere Demütigungen treiben die gepeinigte Mutter in einer schier unendlichen Flucht quer durch Österreich. Zuerst flieht die gebürtige Tirolerin, mit allen Kindern im Gebäck, ins Burgenland, anschließend nach Wiener Neustadt, um schlussendlich ein anderes Haus im Tiroler Außerfern zu beziehen. All das wird später die Leiterin des Jugendamtes von Reutte, Elfriede Huber, der zerschlagenen Ehefrau vorwerfen, um anschließend ihre Kinder der staatlichen Fürsorge zuzuführen.
Enthüllungsjournalist Stephan Pfeifhofer hat mit Elfriede Huber, der verantwortlichen Referatsleiterin, und mit Kindesmutter Manuela P. gesprochen.

Auf die Frage ob seitens der Heimleitung entsprechende Qualifikationen aufliegen und eine Mitgliedschaft beim „Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband“ besteht, sagt die Diplomsozialarbeiterin »Natürlich verfügen sowohl Herr Thomas Burgey als auch seine Gattin Angelika Hauser-Burgey über eine sozialpädagogische Ausbildung. Abgesehen davon ist das Kinderheim Giesenberg selbstverständlich Mitglied im DPWV Landesverband Bayern« Auf weitere Fragen wollte oder konnte Elfriede Huber nicht eingehen.
Wortgewandt gibt sich hingegen Manuela P., sie freut sich über den Besuch der Presse. Über drei Stunden beantwortet die fürsorgliche Mutter umfassend jede Frage des Journalisten.
Sie erzählen in Ihren Schilderungen, dass es unzählige Versuche gegeben hat, die wohl verlorene Beziehung mit Ihrem Mann wieder zu kitten »Ich habe sicherlich 7 bis 8 Mal versucht mit Bruno neu anzufangen. Nach der einvernehmlichen Scheidung wollte er nicht einmal die Verantwortung für seine beiden Kinder Nathalie und Florian übernehmen. Deshalb wurde mir das alleinige Sorgerecht zugesprochen«
Frau Elfriede Huber behauptet in einem Schreiben an das Bayrische Kultusministerium, Ihnen wäre die alleinige Obsorge gerichtlich aberkannt worden »Das stimmt so nicht, denn Pflegschaftsrichter Dr. Klaus Meßner vom Bezirksgericht Reutte versteht es, Entscheidungen zu verdrehen. Bis heute gibt es hinsichtlich einer Obsorgeübertragung keinerlei rechtskräftige Beschlüsse«
Sie haben Ihre Kinder vor gut zwei Jahren zuletzt gesehen, gibt es überhaupt noch einen Kontakt »Das ist richtig, meinen Sohn und meine Tochter sah ich damals im Kinderschutz-Zentrum Reutte für gerade einmal zwei Stunden. Ein Sachverständiger sollte klären, ob ich überhaupt „fähig zur Kontaktaufnahme zu meinen Kindern“ bin. Weil der Experte den guten Kontakt bestätigt hat, darf ich meine Kinder seither nicht mehr sehen. Mein Ex hingegen holt die Kinder wann immer er möchte zu sich, insbesondere in den Schulferien, obwohl er die Kinder laut Gericht nur unter Aufsicht sehen dürfte«
Nun bestätigt das Landesgericht Innsbruck, dass es sich um eine vorläufige Maßnahme handelt, wie sehen Sie als Mutter und Betroffene die Situation? »Wer kann behaupten, dass über vier Jahre Heimunterbringung nur vorübergehend sein können? Die Wohnung wäre für uns alle groß genug. Stattdessen schicken Gericht und Jugendamt meine 13-jährige Tochter regelmäßig zu dem Menschen, der sie womöglich sexuell missbraucht hat, und mir als Mutter werden meine Kinder mit Absicht entfremdet«
urde denn der Missbrauch nie zur Gänze abgeklärt »Als Nathalie mit 9 Jahren zu sprechen begann, war für das Jugendamt Eile zur Vertuschung geboten. Meine Tochter bekommt bis heute keine Therapie und die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat die Strafanzeige nie geprüft und das Strafverfahren nie gänzlich eingestellt«
Sie erheben schwere Vorwürfe gegen Ihren Ex-Mann. Was macht Sie so sicher in Ihren Anschuldigungen? »Nachdem bei Nathalie schon als Kind wegen ihrer Verhaltensstörungen sexueller Missbrauch vermutet worden ist und das Jugendamt nie eingreifen wollte, waren die Angaben meiner Tochter, als sie endlich darüber zu sprechen begann, ganz eindeutig, besonders auch ihre Zeichnungen. Ihre damalige Therapeutin hätte sicher nicht so deutlich Missbrauch festgestellt und angezeigt, wenn nicht was Konkretes dahinter gewesen wäre. Als Nathalie in den letzten Jahren wieder geklagt hat und auch von Arztbesuchen erzählt hat, wurde mir einfach verboten, sie anzurufen. Das Jugendamt wollte wieder nicht eingreifen. In den Schulferien muss sie trotzdem jedes Mal zu Bruno und bei ihm wohnen, das macht sich dieser ohne Beschluss mit dem Richter aus. Nachbarn haben mir erzählt, dass Bruno auch mit seiner letzten Freundin Streit hatte, weil er ihre Töchter belästigt haben soll«

Während sich Heimleitung und Kindesvater als enge Freunde begegnen, um die Kinder freizügig auszutauschen, bemüht sich Manuela P. bei den hiesigen Gerichtsinstanzen ab. Lesen Sie im 2. Teil der im Jänner erscheinenden Ausgabe von den Unterstützern dieser geächteten Mutter, und was Verwandte über Manuela P. sagen.
Trotz unzähliger Anfragen waren bis heute weder Silvia Rass-Schell, als Leiterin der Jugendwohlfahrt im Amt der Tiroler Landesregierung, noch der Bezirkshauptmann von Reutte, Dr. Dietmar Schennach, zu einer Stellungnahme bereit. Sogar eine schriftliche Anfrage bei Tirols Soziallandesrat Hannes Gschwentner verlief im Sand und blieb unbeantwortet.

© xlarge.at

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